Layne will einfach alles lernen
29.12.2011 | 14:36 Uhr 2011-12-29T14:36:00+0100
Rahm. „Ja, gut gemacht, die Maus“ - das Lob an die Maus erklingt oft während des zweistündigen Trainings. Die „Maus“ ist der 18 Wochen alte Collie Layne von Nadine Böttcher und Christian Schnopar, der von der im Rollstuhl sitzenden Hundetrainerin Filiz Erfurt zum Therapie- und Begleithund ausgebildet wird. Doch die Essenerin bringt Verstärkung mit. Der 17 Monate alte Collierüde Candas fungiert als Co-Trainer, macht so manche Übung vor und wird auch schon mal ungeduldig, wenn das bei der „Maus“ mal wieder zu lange dauert, bis sie kapiert, wie man eine Waschmaschine öffnet und anschließend die Wäsche ausräumt oder Müll in einen Eimer mit Schwingdeckel wirft.
Mit Layne ist Nadine Böttcher zum ersten Male auf den Hund gekommen. Die britischen Hirtenhunde zählen zu den intelligentesten Hunderassen auf der Welt. Natürlich hat Nadine als Dreijährige vor dem Bildschirm gesessen und die Abenteuer von Lassie gesehen, seitdem hat sie einen Faible für die langmähnigen und flauschigen Hunde. „Den werde ich niemals abgeben, aber ich kann ihn bei meiner Arbeit einsetzen“, so die bei der Stadt Düsseldorf tätige Erzieherin.
Die gebürtige Türkin Filiz Erfurt ist seit ihrer Kindheit durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt. Die quirlige dreifache Mutter beschäftigt sich seit 1999 mit dem Hundetraining, ihr rund 30 000 € wertvoller Collie kann einem behinderten Mitmenschen im Rollstuhl das Leben erleichtern. Nicht nur Waschmaschine und Abfalleimer beherrscht der Collie, auch Schubladen kann er öffnen, Socken und Handschuhe werden auf Kommando ausgezogen, selbst die eigene Leine reicht der trainierte Hund an. Auch das Schieben des Rollstuhls bedeutet für Candar kein Problem. 56 verschiedene Kommandos führt er aus.
Trainiert wird mit einem Klicker. Das Geräusch zeigt dem Hund an, dass er seine Aufgabe erfüllt hat. Dazu gibt es meist ein Hundeleckerli. „Klick und Belohnung sollten aber spätestens zwei Sekunden nach der Aufgabe erfolgen, sonst weiß der Hund schon nicht mehr, wofür er belohnt wird.“ Anders als bei anderen Hundetrainern beginnt bei Filiz Erfurt die Ausbildung sehr früh. „Gerade in seiner Kindheit wird der Hund mehr als sonst geprägt und ist lernfähig“, so die 42-Jährige
Sogar laut oder leise Bellen steht auf dem Stundenplan, schließlich muss ein Therapiehund erkennen können, ob er nun in einem Alten- oder Behindertenheim „leise“ Guten Tag wünschen oder bei einem Unfall laut auf sich aufmerksam machen soll. Mit Layne sind Halterin Nadine Böttcher und Trainierin Filiz Erfurt mehr als zufrieden, „die wird mal ne ganz Große bei ihrer Arbeit werden“, sind sich beide sicher. Doch demnächst wird auch Layne Flausen in den Kopf bekommen, denn auch Hunde müssen ihre Pubertät durchlaufen.
23:49
Toll, dass es diese gelehrigen Tierchen gibt. Und dazu sind sie so niedlich und schön flauschig! :)