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Umweltschutz

Kraftwerk: Die Nachbarn wehren sich

21.07.2010 | 17:55 Uhr
Kraftwerk: Die Nachbarn wehren sich
Der Chemiepark in Uerdingen. Für seine Energieversorgung müsste nach Einschätzung von Kritikern kein 800-Megawatt-Kraftwerk gebaut werden. 200 Megawatt Leistung würden genügen. Foto: Volker Herold

Uerdingen/Süd.In Sachen Steinkohlekraftwerk der Trianel-Projektgesellschaft in Uerdingen hält die Stadt Duisburg weiter dagegen.

Die Bezirksvertreter im Süden nahmen jetzt ohne Diskussion zur Kennt­nis, dass die Stadt Duisburg das Projekt un­ter anderem aus Gründen des Umweltschutzes weiterhin ab­lehnt und sich auch Rechtsmittel ge­gen eine erste Teilgenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf vorbehält.

Dazu heißt es, die Belastung mit Feinstäuben und Stickoxiden in Rheinhausen und der Innenstadt sei schon sehr hoch. Bei Feinstaub sei die Überschreitung der zulässigen Grenzwerte messtechnisch er­wiesen. Der Hauptteil dieser Belastung werde von auswärtigen Emissionsquellen, der so genannten Hintergrundbelastung, verursacht. Genau die aber werde durch Projekte wie das geplante Kraftwerk, ein ge­plantes Zementwerk im Uerdinger Hafen und die Erweiterung der dortigen Müllverbrennungsanlage noch er­höht. Dadurch nämlich „werden mehrere hundert Tonnen Feinstäube auf Duisburger Stadtgebiet niedergehen und stellen wesentliche Beiträge zur Hintergrundbelastung dar“, so die Stadt.

Dringend notwendig wäre aus Duisburger Sicht genau das Ge­genteil. Deshalb sei diese Zusatzbelastung auch nicht mehr hinnehmbar. Das Kraftwerk müsse dort geplant werden, wo die Immissionsbelastung deutlich unter den Grenzwerten liege.

Denn dadurch würden sämt­liche Bemühungen um Luftreinhaltung für Duisburg konterkariert. Das Projekt ge­fährde die Ziele des Luftreinhalteplans. Der Neubau müsse mindestens mit der Stilllegung einer vergleichbaren Kraftwerksleistung verbunden sein.

Auch müsse bei der Planung der Forderung des Luftreinhalteplans nachgekommen und geprüft werden, inwieweit die Maßnahmen zur Luftreinhaltung über den gesetzlichen „Stand der Technik“ hinaus möglich sind.

Die Kritiker der Pläne fordern den Bau eines umweltfreundlicheren Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes. Zu ihnen ge­hört übrigens auch die Stadt Düsseldorf. Dort ist man er­bost über die Krefelder Pläne. Aus Umweltgründen hatte die Landeshauptstadt ei­nem Kraftwerksprojekt in ih­rem Hafen eine Absage erteilt. Die Emissionen der in Uerdingen geplanten Anlage wären je­doch doppelt so hoch. Und auch Düsseldorf würde sie abbekommen.

Martin Kleinwächter

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