Königreich Duissern feiert Duisburgs erste Herrensitzung

Manfred Brey (links) rief die Duisserner Herrensitzung vor 25 Jahren ins Leben. Als Präsident zurückgetreten, wurde er nun zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Manfred Brey (links) rief die Duisserner Herrensitzung vor 25 Jahren ins Leben. Als Präsident zurückgetreten, wurde er nun zum Ehrenpräsidenten ernannt.
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Was wir bereits wissen
Die 25. Herrensitzung der Karnevalsgesellschaft Königreich Duissern ließ Männerherzen höher schlagen. Manfred Brey zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Huckingen..  Kaum ist das neue Jahr 2015 aus seinem Ei geschlüpft, meldet sich auch der Sitzungskarneval zurück. Mit der ersten Herrensitzung in diesem Jahr feierte die Karnevalsgesellschaft KG Königreich Duissern am Sonntagmorgen ihren Einstand. Da Prinz Thomas I. erst in gut einer Woche gekürt werden soll, hieß es für die Tollität in spe am Sonntag Feiern in Zivil, so dass er zwischen den restlichen 400 Herren kaum auszumachen war.

Obgleich Präsident Manfred Brey in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten war, ließ er es sich nicht nehmen, die Jubiläumssitzung zu moderieren. Vor 25 Jahren hatte Brey die Duisserner Herrensitzung, die mittlerweile in Huckingen stattfindet, ins Leben gerufen. Die Herrensitzung 2015 war seine letzte offizielle Veranstaltung, auf der er zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft ernannt wurde. Zusätzlich erhielt er für seine Verdienste einen Sonderorden des Landesverbands Rechter Niederrhein.

Ein Affe mit vorlautem Mundwerk

Das Programm der Jubiläumssitzung ist bunt gemischt. Während Kellnerinnen unablässig Tabletts mit goldgelben Rosen aus Pilsgläsern balancieren, tritt der erste Künstler auf: Bauchredner Klaus hat seinen überdimensionalen Plüschaffen Willi mitgebracht. Dessen vorlautes Mundwerk will so gar nicht zu seinem braven, braun-orange karierten Pullunder passen. „Guck mal, die Kellnerin da hinten“, ruft er plötzlich, „die erinnert mich an meine vierte Freundin!“ Auf die Nachfrage seines Partners Klaus, wie viele Freundinnen er denn gehabt habe antwortet er prompt: „Drei!“

Die Bühne wird übergeben an Manni den Rocker. „Gestern habe ich meinen ersten Pornofilm gesehen“, mit diesen Worten eröffnet der stämmige Komiker sein Programm. „Damals hatte ich noch eine ganz andere Figur.“ Nach einer kurzen Pause folgt Gelächter.

Um kurz vor 12 Uhr erobert Tanzmariechen Renée die Bühne. Sie ist ganz neu dabei und hat sich im vergangenen Jahr emsig darauf vorbereitet, ihre Feuertaufe im Kreise der Herren zu absolvieren. Ihre Nummer beginnt mit einem schnellen Technosound, wechselt später dann in ein Stück, das leicht an die Filmmusik zu Rocky erinnert. Mit hoher Konzentration purzelt sie über die Bühne. Die Aufmerksamkeit des Publikums hält sich jedoch nicht besonders lange auf dem Arme und Beine schwingenden Mädchen. Lediglich drei Frauen am Gästetisch können sich motivieren, mit zu klatschen. Ex-Präsident Brey ist trotzdem begeistert. „Blumen hab ich nich’, Sekt darfste nich’, aber die höchste Ehre kann ich Dir gewähren: ein Küsschen des Präsidenten“, eröffnet er ihr. Auf den Schmatz folgt eine Zugabe mit brasilianischem Flair, die dieses Mal mit einem kräftigen Applaus honoriert wird.