Kochkurs bringt Frisches vom Feld in den Kochtopf

Die Möhren-Kartoffel-Suppe kam bei allen Teilnehmern gut an.Fotos:Udo Milbret
Die Möhren-Kartoffel-Suppe kam bei allen Teilnehmern gut an.Fotos:Udo Milbret
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Was wir bereits wissen
Günstig und gesund essen: Das war Ziel eines Kochkurses, der Hobbyköche am Herd vereinte. Bauern vor Ort bieten viele regionale Produkte an.

Mündelheim/Altstadt..  Der Duft von Bratwurst, Kartoffeln und Möhren zog am Samstag durch die Lernküche des katholischen Stadthauses in der Duisburger Altstadt. Stimmenwirrwarr und das Klimpern von Geschirr unterstützten das bunte Treiben. Weg vom kalorienreichen und teuren Fast Food, hin zu gutem und preiswertem Essen: Beim Kochkurs des CDU-Ortsverbands Mündelheim/Ehingen/Serm stellten Hobbyküche aus dem Duisburger Süden ihr Können unter Beweis.

„Viele Bürger kaufen die teuren Fertigprodukte oder ungesundes Fast-Food, dass muss aber nicht sein“, sagt der Organisator und stellvertretende Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, Wolfgang Schwertner. „Serm und Mündelheim liegen ja sehr ländlich, wir haben hier viele Bauern, die regionale Produkte anbauen. Mit denen kann man lecker und frisch kochen.“

Genau das machen die 15 Teilnehmer am Samstagvormittag. Der Geruch von angeschwitzten Zwiebeln und Speck, die Grundlage für die Vorspeise, kitzelt die Nase. Alle sind schon ganz gespannt, wie die frische Kartoffel-Möhren-Suppe schmeckt. Einer ist nicht ganz so aufgeregt; er weiß genau, wie die frischen Kartoffeln schmecken: Landwirt Hermann Blomenkamp. Er hat den Kochkurs mit frischen Kartoffeln und Kohlrabi aus dem eigenen Gewächshaus beliefert. „Für mich ist das hier eine tolle Aktion, an der ich mich gerne beteilige“, sagt Blomenkamp. „Das Gemüse heute kommt direkt vom Feld. Für meine Produkte ist das natürlich auch eine super Werbung“, fügt der Landwirt hinzu.

Unterdessen erklärt Schwertner , warum es den CDU-Ortsverband zum Kochkurs an den Herd verschlägt: „Die Vermarktung auf kurzem Weg stärkt auch unsere heimische Wirtschaft“, sagt Schwertner. „Wir möchten, dass sich Menschen aus allen Schichten das Menü leisten können. Weihnachten braucht man keine überteuerten Erdbeeren, und im Sommer wächst nun mal kein Grünkohl.“

Gegen weite Transportwege

Daher musste auch Elke Vink nicht lang überlegen. Die 59-Jährige wurde von ihrem Nachbarn Hans Eck gefragt, ob sie nicht Lust hat, mit ihm gemeinsam am Kochkurs teilzunehmen. „Wir haben gerade unsere Ernährung umgestellt und versuchen, weniger Fleisch zu essen“, sagt die Sermerin. Da kam ihr die Gelegenheit ganz recht, die regionale Küche genauer kennenzulernen. „Ich achte schon sehr darauf, nur Produkte aus der Region zu kaufen“, sagt sie. „Natürlich ist es nett, das ganze Jahr über alle Produkte zu bekommen, aber ich finde, diese weiten Transportwege müssen nicht sein.“

„Genau das ist der Grund, warum wir das hier alles machen. Wir möchten den Teilnehmern zeigen, dass lecker auch günstig geht“, sagt Schwertner. „Wir zaubern heute zusammen ein gutbürgerliches und preiswertes Menü, das jeder ganz einfach zu Hause nachkochen kann. Wir wollen weg vom kalorienreichen und teuren Fast Food.“

So gibt die Menüfolge her, was auf den Feldern im Duisburger Süden wächst. Und nach zwei Stunden Schnippeln und Kochen wird dann auch die Vorspeise serviert. Die Möhren-Kartoffel-Suppe, die die Küche in einen herrlichen Duft hüllt, kommt bei allen Teilnehmern super an. Vor dem Hauptgang ist Hans Eck allerdings etwas skeptisch. „Es gibt einen Gemüseauflauf mit allerlei verschiedenen Sorten“, sagt der 66-Jährige. „Da bin ich mal gespannt, ich bin ja so ein Fleischesser. Das gehört für mich zum Essen dazu, aber ich lass mich mal überraschen.“ Soviel sei verraten: Dass Fleisch im Auflauf fehlte, ist Eck beim Essen gar nicht aufgefallen.

Zum Abschluss konnten die Teilnehmer noch alle Rezepte zu dem Drei-Gänge-Menü mitnehmen. Und einig waren sich alle: Lecker und gesund kochen mit frischen, regionalen Produkten: Das geht auch mitten in der Großstadt.