Kneipen im Süden suchen mühsam neue Betreiber

Im Winter soll das Bootshaus Ehingen renoviert und im März von einem neuen Pächter wieder eröffnet werden.
Im Winter soll das Bootshaus Ehingen renoviert und im März von einem neuen Pächter wieder eröffnet werden.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Bootshaus Ehingen und Gasthof Schenke sollen bald wieder öffnen. Andere Lokale wie der Jägerhof oder die Schanzenbrücke stehen schon lange leer.

Duisburg Süd.. Mit der Kneipe ist es ein wenig so wie mit dem kleinen Lebensmittelladen um die Ecke. Die Menschen vermissen ihn, wenn er schließt, aber gehen nicht hin, so lang es ihn gibt. Gibt ein Pächter auf, dann fällt es oft schwer, Nachfolger zu finden. Die Südredaktion hat sich in den Ortsteilen umgeschaut und nach den Entwicklungen gefragt.

Nach sieben Jahren verlassen Brigitte Rond und Frank Gehlen das Bootshaus in Ehingen. Sie bereiten sich schon vor auf einen Neustart im Hamborner Abteikeller, den sie zum 1. Februar übernehmen. Die Freien Wasserfreunde, in ihrem Besitz ist die Immobilie (das Areal hat der Verein von HKM gepachtet) sind zuversichtlich, dass die Gaststätte mit dem tollen Rheinblick zu ihrem Saisonstart im März 2015 wiedereröffnet wird. „Wir haben einen Interessenten, der das Bootshaus weiterführen wird“, sagt Alfred Staiber, der 2. Vorsitzende. Im Winter soll renoviert werden. Brandschutzauflagen gilt es zu erfüllen, auch die Küche soll modernisiert werden.

Kein Geld für Investitionen

Schon 18 Monate sind vergangen, seit im Wanheimer „Jägerhof“ der vorerst letzte Pächter den Zapfhahn hochdrehte. Seither sucht Hausbesitzer Olgun Katrak vergeblich nach einem Interessenten für das Lokal mit Schankraum und Saal (160 Quadratmeter groß). „Immer mal wieder melden sich Interessenten“, sagt der Wanheimer, „aber der Standort ist offensichtlich schwierig“. Am Zustand des Lokal, findet Katrak, „gibt es eigentlich nichts auszusetzen.“ Interessierte Gastronomen sähen sich aber selbst zu kleineren Investitionen außerstande.

„Fehmer macht Anfang Januar wieder auf“, hieß es dieser Tage in Mündelheim. Allerdings ist hinsichtlich der Neueröffnung des Gasthauses Schmitz dabei wohl der Wunsch Vater des Gedanken. „Da wissen Sie mehr als wir“, heißt es bei Uschi und Karl-Heinz Schmitz, den Besitzern des Traditionsgasthauses. Gern würde sie nach 300 Jahren ein weiteres Kapitel Mündelheimer Kneipengeschichte schreiben, doch seit der Schließung im vergangenen Frühjahr hat sich noch kein Nachfolger für Wirtin Daniela Simon gefunden, die in Serm das Gasthaus „Unter den Linden“ betreibt.

Dort besteht Hoffnung, dass der zweite Gasthof im Ort bald wieder seine Pforten öffnet. Noch im Januar 2015 soll ein neuer Pächter den Landgasthof Schenke übernehmen, der seit dem Tod von Wirt Hermann Schenke geschlossen ist. „Es sind nur noch einige Details zu klären“, berichtet Axel Bausch, der sich im Auftrag der Familie um die Verpachtung kümmert. Eine Nachricht, die für Erleichterung sorgt bei den Schützen und Karnevalisten, die den Saal des Gasthofs vermissen.