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Knackiger alter Knacker

04.02.2010 | 15:03 Uhr

Herbert Knebel und seine Jungs plaudern im Steinhof aus dem Nähkästchen. Das Publikum amüsiert sich prächtig.

Herbert Knebel ist ein knackiger alter Knacker - zumindest denkt er das von sich. „Ich würd' gerne mal wissen, ob die Frau da in der ersten Reihe mich genauso toll findet, wie ich mich selbst”, sagt er und sieht sie mit verführerischem Blick an. Ob sie ihn sexy findet sagt sie nicht, aber eins ist klar: Sie findet ihn lustig, denn sie kriegt sich vor Lachen kaum wieder ein.

Ebenso entzückt wie die Dame waren die rund 660 anderen Gäste im ausverkauftem Steinhof an der Düsseldorfer Landstraße in Huckingen, wo Herbert Knebel am Mittwoch beherzt aus dem Nähkästchen plauderte.

Mit im Schlepptau hatte er drei Freunde, die ebenso wie Knebel das Hemd fein in die Hose gesteckt und diese mit Hosenträgern und bis zur Brust hochgezogen trugen. Als Herbert Knebels „Affentheater” machten sie gemeinsam Musik und widmeten sich einigen interessanten Fragen. „Herbert, wärst du gerne mal eine Frau?”, wollte Bassist Ernst wissen. „Ja, aber ich würde zu nichts mehr kommen, weil ich mir den ganzen Tag am Busen herumspielen würde.”

Alles in allem klappt das Zusammenspiel der vier Komiker hervorragend. Sowohl verbal als auch musikalisch. Doch Herbert Knebel hat das Publikum auch alleine im Griff. Immer mal wieder schlurfen seine Begleiter von der Bühne und geben ihrem „Frontmann” die Zeit, von irrwitzigen Alltagssituationen zu erzählen. Hierbei reicht es meist schon, wenn Knebel die Aussprache ein wenig verhunzt oder die Grammatik schleifen lässt und so von den Vorteilen einer „Flättsrate” erzählt oder darüber schimpft, wie schwer es ihm letztens fiel, „den” Ticket aus dem Parkhausautomaten zu bekommen.

Während der Knebel erzählt, wird klar: Er hat schon einiges erlebt. „Praktisch alles außer Scheidung”, wie er sagt. Denn er hängt an seiner Frau „Guste”, auch wenn die schönen Zeiten einer Beziehung eigentlich immer schon in den Flitterwochen enden. „Dann findet sie heraus, dass er schnarcht und er muss feststellen, dass sie furzt.”

Doch für eine Trennung sei es dann meistens zu spät, erklärt er. Wurden erst einmal die Ringe getauscht, gibt es kein zurück mehr, wie auch oft die Ringinschrift verdeutlicht. Hierfür hat Knebel auch einen Lieblingsspruch: „Wenn du kaputt gehst, geh ich mit.”

Wie lange er schon mit seiner Guste verheiratet ist, weiß der Frührentner und ehemalige Bergmann jedoch gar nicht genau. Gut, dass Kollege Ernst ein Handy dabei hat, denn so kann Knebel seine Frau ja mal eben fragen. „Hömma Guste, wie lang sind wir denn schon verheiratet?”, bölkt er in den Hörer. Doch die Antwort am anderen Ende bringt ihn fast ein bisschen in Schwierigkeiten. Aber eben nur fast. Schlagfertig erklärt er der Angetrauten. „Wie du glaubst ich weiß es nicht mehr? Ich weiß es ganz genau, ich wollte nur mal schnell kontrollieren, ob du es noch weißt.”

Dennis Bechtel

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