Kleingärtner in Duisburg-Wedau nicht entwurzeln

400 Kleingärtner mit 280 Parzellen sollten umziehen – das sahen die ursprünglichen Pläne vor.
400 Kleingärtner mit 280 Parzellen sollten umziehen – das sahen die ursprünglichen Pläne vor.
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Im neuen Wohngebiet am ehemaligen Rangierbahnhof sollen einst bis zu 10 000 Menschen leben. Kleingartenanlage soll trotzdem bleiben, ein Verein umziehen.

Wedau/Bissingheim..  Zwischen 8000 und 10 000 Menschen könnten einst zwischen Wedau und Bissingheim leben – „hier entsteht quasi ein neuer Stadtteil“, beschreibt Hannelore Bange die Vision, wie sie die Pläne für das Projekt Duisburg 2027 beschreiben. Dagegen hat die Bezirksvertreterin für Wedau (SPD) auch nichts. Allerdings sieht sie Änderungsbedarf: Die Kleingartenanlage der Bahn-Landwirtschaft Wedau/Bissingheim (Grabeland) müsse bestehen bleiben, außerdem soll der Verein ETuS Wedau ein Stück nach Süden verlegt werden.

Beides sieht ein Änderungsantrag vor, den die SPD in die Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 29. Januar einbringen wird – und der als beschlossen gelten dürfte. Mit Grünen und Linken ist der Antrag laut SPD schon abgestimmt, so dass er, wie Fraktionsvorsitzende Beate Lieske es formuliert, „mehrheitsfähig“ ist.

Konkret geht es um das Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs östlich der Sechs-Seen-Platte. Auf 80 Hektar Fläche soll hier im Rahmen von Duisburg 2027 ein Wohnbebauungsgebiet entstehen, außerdem ein Nahversorgungsgebiet mit Wohnbebauung sowie eine Mischfläche und ein Grün- und Freiraum. Während bisher im Raum stand, dass die 400 Kleingärtner ihre 280 Parzellen räumen und anderswo neu anlegen müssten, will die Süd-SPD eine Entwurzelung der Kleingärtner verhindern. Für viele Menschen sei ihr Kleingarten ein Ersatz für „einen Balkon oder ein Stück Grün hinten raus“, betont der für Wedau und Bissingheim zuständige Ratsherr Dieter Lieske. Im Antrag der SPD ist außerdem die Rede von einer vermehrten Nachfrage nach Parzellen in den letzten Jahren. Zudem seien Kleingärtner wie auch Verein „über Generationen ein wichtiges Identitätsmerkmal“. Bange betont: „Die Vereine gibt es seit 1915 und 1926.“

Auf einen Umzug läuft es hingegen für den ETuS Wedau hinaus. Die Vereinsanlage soll in die neue Grünfläche ein Stück südlich vom jetzigen Standort integriert werden. Der Verein könnte davon in Form von neuen Gebäuden profitieren; für die wichtige Gastronomie mit Biergarten und Seeblick soll auch am neuen Domizil gesorgt sein.

Wedauer sind für Wohnbebauung

Abgesehen von diesen Einschränkungen stellt Bange klar: „Fast alle Wedauer sind für Wohnbebauung“, sei damit doch die Hoffnung auf eine bessere Verkehrsinfrastruktur und Nahversorgung verbunden. Auch wenn entsprechende Gebiete im Vorläufer zum neuen Flächennutzungsplan ausgewiesen werden – Ratsherr Lieske wendet ein: „Ich sehe da keine 10 000 Wohneinheiten. Duisburg ist eine schrumpfende Stadt.“