Klangkunst überwindet Grenzen

Huckingen..  Der warme Ton des Euphoniums kommt tief aus der Seele der italienischen Volksmusik. Der aus der dörflichen Toskana stammende Posaunist und Tuba-Virtuose Nicolao Valiensi verbindet die musikalische Banda-Tradition seiner Heimat kreativ mit dem Jazz und steht dabei in der reichen Tradition seiner Kollegen und Landsleute Gianluigi Trovesi und Paolo Fresu.

Beim Konzert im historischen Turmzimmer des Steinhofs sorgte der international gefragte Gast aus Italien jetzt gemeinsam mit dem Vi­braphonisten Tom Lorenz, der auch als Solist der WDR-Big-Band bekannt ist, für ein stimmungsvolles und hochkarätiges Kammerkonzert. Wofür auch dem umtriebigen Weltmusik- und Jazz-Veranstalter Eckart Pressler zu danken ist, der dieses wunderbare Duo für das Steinhof-Konzert verpflichten konnte.

Statt des angekündigten Euphoniums griff Nicolao Valiensi zunächst zum äußerst seltenen Sax-Horn, einem Schatz, den der Musiker zufällig bei einem Düsseldorfer Musikalienhändler entdeckte und restaurieren ließ. Das Duo eröffnete den Abend mit einer atmosphärisch dichten Klangmalerei, in der Valiensi sein Instrument flüstern ließ wie der Wind, um diesen dann brummend zum Sturm werden zu lassen. Dazu sorgte Tom Lorenz mit glockenhellem Ton auf seinem Vibraphon für den Rhythmus.

Die beiden Freunde musizierten dann jenseits aller melodischen Einfalt in einem intelligenten Dialog, der vor allem ihren ausgefuchsten Eigenkompositionen eine Stimme gab.

Nicolao Valiensi ließ sein Sax-Horn mal gedämpft, mal mit tiefem Bass und immer wieder mit impulsiver Energie in reichen Klangcollagen mit sich selber sprechen, die Tom Lorenz mit filigraner Perkussion bereicherte.

Das Publikum durfte als Chor den dritten Mann machen, und als Zugabe gab es eine Interpretation von Duke Ellingtons „Sentimental Mood“. Viel Beifall für ein auch humorbegabtes Duo.