Kirchengemeinden in Not

Mitte..  Schwere Zeiten für die Kirchen und ihre Gemeinden im Bezirk Mitte. Nach Skandalen sind zahlreiche Mitglieder ausgetreten, die Einnahmen gehen zurück, gleichzeitig müssen Kirchen saniert werden. Die Kosten können die Gemeinden kaum noch stemmen.

St. Joseph wieder eröffnet

Gute Nachrichten zuerst: Die St.-Joseph Kirche am Dellplatz wurde im August, pünktlich zum Platzhirsch-Festival, wiedereröffnet. Seit April 2013 war das Gotteshaus renoviert worden. Rund 400 000 Euro hat der Umbau gekostet. Das bunte Chorfenster wurde durch klare Scheiben ersetzt. So fällt mehr Licht in den Bau – und die Gemeinde möchte das Haus mehr für kulturelle Veranstaltungen öffnen.

Kindergarten statt Kirche

Die evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg muss noch Geld auftreiben, um die Sanierung ihrer Gotteshäuser zu stemmen. Den größten Betrag verschlingt die Restaurierung der Salvatorkirche. Rund 1,7 Millionen Euro würde allein die Instandsetzung des Turms kosten. Putz bröckelt ab, das Mauerwerk zeigt Risse, der Haupteingang musste bereits gesperrt werden. Die Sanierung des Turms wird auch Auswirkungen auf weitere Bauvorhaben der Gemeinde haben. So wurde zwar planmäßig das Matthias-Claudius-Haus in Neuenkamp abgerissen und auf diesem Gelände eine neue Kindertagesstätte gebaut. Allerdings sollte im Gegenzug in die Marienkirche investiert werden. Die Arbeiten dort werden sich wohl verzögern.

Keine Heizung

Geld fehlt auch für die letzten Arbeiten an der Liebfrauenkirche. So funktioniert dort seit über ei­nem Jahr die Heizung nicht mehr. Die Besucher der Messe sollen stattdessen die Gottesdienste in St. Joseph besuchen, hieß es im November. 12 000 Euro würde eine neue Heizungsanlage kosten. In der Kritik steht auch die Stiftung „Brennender Dornenbusch“, die für den Umbau zuständig war. Pfarrer Bernhard Lücking erinnert sich noch gut an den vergangenen Winter: „Nach den ersten Messen waren wir eigentlich alle krank.“