Kinder-Geschichten
10.02.2009 | 10:36 Uhr 2009-02-10T10:36:00+0100Die Liebe zum Schreiben verbindet die Huckingerinnen Jenny Klippel und Nora Klaus
Aus ihrem ersten Roman las Jenny Klippel. Ein Krimi, ihr Erstlingswerk, oder zumindest das erste veröffentlichte Buch der Huckingerin. „Geschrieben habe ich eigentlich immer schon.” Mit ihr teilt diese Leidenschaft Nora Klaus.
So kamen die Damen ins Gespräch und rasch auf einen gemeinsamen Nenner: „Wir kannten uns eigentlich schon von klein auf”, sagt Nora Klaus, „denn wir haben früher beide im Kinderheim an der Rotdornstraße gelebt.” Jahre später verband die Frauen nicht mehr die Unterbringung, sondern das Interesse am Schreiben, an – zwischenzeitlich – Kinderbüchern. „Für unsere ersten Bücher haben wir noch die großen Verlage angeschrieben und nur Absagen bekommen”, sagt Jenny Klippel. Sei man kein „Bestseller-Autor”, gehe das Interesse gegen Null.
Nun haben die Frauen, die zwischenzeitlich in einer Huckinger Wohngemeinschaft leben, einen Selbstverlag gegründet. Gedruckt werden die Geschichten im Osten, zum Selbstkostenpreis hier angeboten. „Es war eine richtige Odyssee, herauszufinden, wie man das am Besten angeht.” Wie bekommtmaneine ISBNNummer zugeteilt, wie mehrere? Mit welchem Satzprogramm müssen die Druckvorlagen erstellt werden, wer il lustriert die Bücher und was dürfen sie kosten? Hinreichend geklärt haben die beiden Autorinnen diese Fragen – und nun mit der Geschichte für Erstleser „Pyramid – Im Tal der Könige” das erste eigene Buchprojekt realisiert.
„Das Lektorat habe ich übernommen”, sagt Nora Klaus, die Deutschlehrerin werden wollte, ihr Studium jedoch nach einer Frühgeburt an den Nagel hängte. „Alles andere haben wir gemeinsam gemacht.” Gleichwohl: Beim Schreiben ist jeder auf sich gestellt, denn die Interessen liegen weit auseinander. Während Nora Klaus gerade an einer Fortsetzung ihrer Kindergeschichte „Luthintia in der Welt des Tiasus” arbeitet, einer Erzählung in altdeutscher Sprache, berichten Jenny Klippels Kinderbücher von ihrer Faszination für das alte Ägypten.
Getestet werden die Bücher übrigens an einem Kind, das ilnoch gar nicht lesen kann. „Wir lesen sie meinem fünfjährigen Sohn vor”, sagt Nora Klaus, und meist zeige sich der junge Kritiker begeistert – auch von der altdeutschen Sprache. Fördernwill die Mutter mit ihren Geschichten den guten Ausdruck, „denn viele Kinder haben heutzutage gar kein Gefühl mehr für Sprache.” Verdienen, das betonen Nora Klaus und Jenny Klippel, werden sie mit ihren Büchern, die noch in Kleinstauflagen gedruckt werden, in den kommenden Jahren nichts. „Aber wenn wir nichts zuzahlen müssen, sind wird schon zufrieden.” Positive Resonanz habe manjüngst auf dem Huckinger Weihnachtsmarkt erfahren, „es gibt viele Leute, die selber schreiben und ihre Bücher gern über uns verlegen lassen würden. Denen würden wir gern eine Plattform für ihre Geschichten bieten.”
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