Keine Lösung im Kommunions-Streit an Duisburger Kirche

Die Bissingheimer Eltern und Kinder demonstrierten am 1. Dezember gegen die Kirche.
Die Bissingheimer Eltern und Kinder demonstrierten am 1. Dezember gegen die Kirche.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die katholische Pfarrei St. Judas Thaddäus reagiert nicht auf Demonstrationen der Gemeindemitglieder aus Duisburg-Bissingheim. Auch Pfarrer Roland Winkelmann taucht ab.

Bissingheim..  Die Kinder hatten bun­te Bilder gemalt. Eltern und Kinder forderten auf Plakaten „Erstkommunion hier“. Das war am 1. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Bissingheim. Die Gemeinde probte den Aufstand gegen die Katholische Kirche. Die Hoffnung auf eine Lösung im Streit um den Kommunionunterricht wurde bislang nicht erfüllt. Die Verantwortlichen schweigen.

Weiteres Vorgehen noch offen

„Da ist keine Einsicht gekommen“, sagt Mutter Lioba Bertelmann. Sie hatte gehofft, dass die Demonstration die Verantwortlichen der Großpfarrei St. Judas Thaddäus wachrütteln würde. Die 34-Jährige kritisiert, dass die Pfarrei den Kommunionunterricht in Bissingheim ganz streichen will. Die Kinder sollen dann nach Wedau fahren. Dabei wollten die Eltern den Vorbereitungsunterricht sogar – das ist nicht ungewöhnlich – in Eigenregie auf die Beine stellen. Was den Eltern besonders weh tut: Es soll noch nicht einmal mehr eine eigene Erstkommunionfeier in der Bissingheimer Kirche St. Raphael stattfinden. Auch die Messdiener-Gruppe soll in St. Raphael offensichtlich abgeschafft werden.

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Auch Monika Stöckmann, die den Protest organisierte, ärgert sich, dass die Kirche bis jetzt noch nicht einmal anbot, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Stöckmann will sich selbst in der kommenden Woche mit den Eltern der Kommunionkinder treffen und das weitere Vorgehen besprechen. Es gibt bereits eine Unterschriftensammlung gegen das Vorgehen der Pfarrei mit Sitz in Buchholz.

Der verantwortliche Pfarrer Roland Winkelmann reagiert bislang überhaupt nicht auf den Protest. Bei ihnen habe er sich nicht gemeldet, sagen die Eltern – noch nicht einmal auf Nachfrage. Und auch mehrere Kontaktversuche der Redaktion blieben in den vergangenen zwei Wochen unbeantwortet. Auch Rückrufbitten im Pfarrbüro hatten keinen Erfolg.

Offensichtlich sorgt das Verhalten nicht nur bei den Gemeindemitgliedern, sondern auch bei den Kirchenangestellten für Unmut. „Der sitzt das aus“, sagt ein Gemeindemitarbeiter, der aus Angst um seinen Arbeitsplatz namentlich nicht näher genannt werden will. Die eigene Gemeinde sei „steinzeitlicher aufgestellt als der Vatikan“. Auch andere Gemeindemitarbeiter berichten von einer miserablen Stimmung.

„Ich will keinen Keil in die Kirche treiben“, sagt Monika Stöckmann. Es soll auch keinen Konkurrenzkampf mit der Wedauer Gemeinde geben. „Aber die Sache ist es mir wert.“