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Demonstration

Keine Lösung im Kommunions-Streit an Duisburger Kirche

13.12.2012 | 19:34 Uhr
Keine Lösung im Kommunions-Streit an Duisburger Kirche
Die Bissingheimer Eltern und Kinder demonstrierten am 1. Dezember gegen die Kirche.Foto: ÖZCAN, Hayrettin

Bissingheim.   Die katholische Pfarrei St. Judas Thaddäus reagiert nicht auf Demonstrationen der Gemeindemitglieder aus Duisburg-Bissingheim. Auch Pfarrer Roland Winkelmann taucht ab.

Die Kinder hatten bun­te Bilder gemalt. Eltern und Kinder forderten auf Plakaten „Erstkommunion hier“. Das war am 1. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Bissingheim. Die Gemeinde probte den Aufstand gegen die Katholische Kirche. Die Hoffnung auf eine Lösung im Streit um den Kommunionunterricht wurde bislang nicht erfüllt. Die Verantwortlichen schweigen.

Weiteres Vorgehen noch offen

„Da ist keine Einsicht gekommen“, sagt Mutter Lioba Bertelmann. Sie hatte gehofft, dass die Demonstration die Verantwortlichen der Großpfarrei St. Judas Thaddäus wachrütteln würde. Die 34-Jährige kritisiert, dass die Pfarrei den Kommunionunterricht in Bissingheim ganz streichen will. Die Kinder sollen dann nach Wedau fahren. Dabei wollten die Eltern den Vorbereitungsunterricht sogar – das ist nicht ungewöhnlich – in Eigenregie auf die Beine stellen. Was den Eltern besonders weh tut: Es soll noch nicht einmal mehr eine eigene Erstkommunionfeier in der Bissingheimer Kirche St. Raphael stattfinden. Auch die Messdiener-Gruppe soll in St. Raphael offensichtlich abgeschafft werden.

Fragenkatalog
Sagen Sie mal, Herr Pfarrer ...

Wie ist Ihre Lösung für den Streit um den Kommunionsunterricht?

Wie konnte es eigentlich passieren, dass sich der Streit so hochschaukelt, dass die Gemeinde auf die Straße geht? Wie sicher ist der Fortbestand des Standorts St. Raphael?

Was tun Sie, um den Gemeindemitgliedern zu helfen?
Warum muss der Kommunionunterricht der Gemeinden aus Wedau und Bissingheim zusammengelegt werden?

Wie hängt das mit der finanziellen Situation Ihrer Pfarrei zusammen?

Warum reagieren Sie eigentlich nicht auf die Kritik aus der Gemeinde? Ihr Beitrag zum Frieden?

Auch Monika Stöckmann, die den Protest organisierte, ärgert sich, dass die Kirche bis jetzt noch nicht einmal anbot, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Stöckmann will sich selbst in der kommenden Woche mit den Eltern der Kommunionkinder treffen und das weitere Vorgehen besprechen. Es gibt bereits eine Unterschriftensammlung gegen das Vorgehen der Pfarrei mit Sitz in Buchholz.

Der verantwortliche Pfarrer Roland Winkelmann reagiert bislang überhaupt nicht auf den Protest. Bei ihnen habe er sich nicht gemeldet, sagen die Eltern – noch nicht einmal auf Nachfrage. Und auch mehrere Kontaktversuche der Redaktion blieben in den vergangenen zwei Wochen unbeantwortet. Auch Rückrufbitten im Pfarrbüro hatten keinen Erfolg.

Offensichtlich sorgt das Verhalten nicht nur bei den Gemeindemitgliedern, sondern auch bei den Kirchenangestellten für Unmut. „Der sitzt das aus“, sagt ein Gemeindemitarbeiter, der aus Angst um seinen Arbeitsplatz namentlich nicht näher genannt werden will. Die eigene Gemeinde sei „steinzeitlicher aufgestellt als der Vatikan“. Auch andere Gemeindemitarbeiter berichten von einer miserablen Stimmung.

„Ich will keinen Keil in die Kirche treiben“, sagt Monika Stöckmann. Es soll auch keinen Konkurrenzkampf mit der Wedauer Gemeinde geben. „Aber die Sache ist es mir wert.“

Arne Poll


Kommentare
16.12.2012
22:23
Keine Lösung im Kommunions-Streit an Duisburger Kirche
von Joe_Shortbone | #2

Das "die Kirche" sich abduckt bei Problemen ist doch seit den gescheiterten Kreuzzügen und der Inquisition überliefert.

16.12.2012
19:38
Keine Lösung im Kommunions-Streit an Duisburger Kirche
von hercules150 | #1

Und dann wundert man sich über Kirchenaustritte, schöne Christen die sich sich um die Belange ihrer Schäfchen nicht kümmern sondern abtauchen.

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