Karneval in Serm - Anwohner-Ärger wegen betrunkener Randalierer

Der Karnevalseinsatz der Polizei endete um 18.40 Uhr.
Der Karnevalseinsatz der Polizei endete um 18.40 Uhr.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem Karnevalszug in Duisburg-Serm beschwert sich eine Bürgerin über Sachschaden und zu wenig Polizeipräsenz nach offiziellem Ende des Umzugs.

Duisburg.. Kostüme und Fröhlichkeit sind die eine Seite der fünften Jahreszeit. Die andere beklagt eine Sermerin: Alkoholbedingte Randale und Sachschäden seien die Folge, wenn mehrere tausend Narren am Sonntag vor Rosenmontag durchs Dorf ziehen. Auch wenn Aschermittwoch die Session vorbei ist: Der Ärger bleibt. Und mit dem fühlt sich die Anwohnerin am Breitenkamp allein gelassen von Polizei und Karnevalsvereinen.

Sie will nicht hinnehmen, „dass besoffene, vollgedröhnte Figuren hier vorbeiziehen“. Für sie stellte sich die dunkle Seite der bunten Kostüme am Sonntag so dar: Am Abend hätte etwa ein Dutzend Jugendliche auf der Straße randaliert, „Flaschen und Gläser flogen, die gingen aufeinander los“. Eine der Flaschen habe ihr Auto getroffen, Schaden: mehrere hundert Euro. Mehrere Anwohner riefen die Polizei, bei deren Ankunft waren die Übeltäter aber „schon weg“.

Anwohnerin kritisiert fehlende Kontrollen am Abend

Ebenso wie die Polizei, so die Anwohnerin, als am Breitenkamp am Sonntagabend von bunten Jecken betrunkene Jugendliche blieben. Ihr Kritikpunkt: Nur während des Karnevalsumzugs sei die Polizei präsent, „danach ist kein Ordnungsamt mehr hier, keine Polizei, niemand“. Zwar würde die „morgens die Taschen kontrollieren und gucken, ob die Jugendlichen Alkohol dabei haben“.

Abends aber fänden keine Kontrollen mehr statt – dabei endeten die Probleme nicht mit dem Umzug. „Mittags, wenn der Zug zu Ende ist, sind die noch nicht voll“, erklärt die Sermerin. Ihren Namen möchte sie nicht in den Medien lesen; nach einer anderen Beschwerde seien ihre Autoreifen beschädigt worden. Ihr Vorwurf richtet sich neben der Polizei auch an die organisierten Jecken: „Da kümmert sich auch keine Karnevalsgesellschaft drum.“ Ihr Fazit: „Als Geschädigter haben Sie die Kosten am Hals, und es interessiert keinen.“

Aufgabe der Polizei sei nur die Zugbegleitung gewesen

Facebook-Party Dieser Darstellung entgegnet Daniela Krasch, Sprecherin der Polizei: „Unsere Aufgabe ist die Zugbegleitung.“ Der Zug durch Serm endete um 15.40 Uhr. Mit den Narren seien die Polizisten aber noch nicht abgezogen, denn im Festzelt feierten zu diesem Zeitpunkt noch etwa 1000 Personen. Erst als sich diese Zahl um 18.40 Uhr auf 40 bis 50 reduziert hatte, endete der Einsatz in Karnevalsstärke. Krasch weist darauf hin, dass im Festzelt aber auch dann noch Security für Ordnung gesorgt habe. „Wir beenden den Einsatz, wenn es ruhig ist.“

Als es zwischen 19 und 19.30 Uhr in Serm wieder unruhig wurde, klingelte bei der Polizei das Telefon. Mitglieder der Einsatzhundertschaft rückten mit ihren Diensthunden aus, konnten bei ihrer Ankunft aber nichts mehr feststellen. Krasch sagt, gerade zu Karneval gelte: „Wir können nicht alle Betrunkenen verfolgen und aufnehmen. Aber wir sind da, wenn man uns ruft.“