Kaputte Straße verärgert die Mündelheimer

Eines der Schlaglöcher auf der Uerdinger Straße in Mündelheim.Eine Ausbesserung scheint nicht in Sicht.Foto:Ahlers
Eines der Schlaglöcher auf der Uerdinger Straße in Mündelheim.Eine Ausbesserung scheint nicht in Sicht.Foto:Ahlers
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Schlaglöcher auf der Uerdinger Straße sollten ausgebessert werden, doch das geschah nicht. Straßen NRW beruft sich aufs Wetter. Das war aber gut genug.

Mündelheim..  Wenn die Lkw an Dietmar Dargels zu Hause vorbeibrettern, scheppert es. „Es scheppert so gewaltig, dass die Tassen im Schrank wackeln“, berichtet er. Das Problem ist ein alt bekanntes. Schon seit langer Zeit beschweren sich die Anwohner in Mündelheim über die vielen, großen Schlaglöcher auf der Uerdinger Straße / Kreuzung Ehinger Berg. Diese sollten im Zuge der Brückenarbeiten an der Mannesmann Straße über Ostern geflickt werden – eigentlich. Die Brückenarbeiten sind vorüber, die Schlaglöcher aber immer noch da.

Dabei hatten Dargel und seine Nachbarn gehofft, nach Ostern wieder ruhig schlafen und die kommenden Sommerabende auf dem Balkon genießen zu können. Die einwöchige Vollsperrung der Mannesmannstraße über Ostern wegen der Brückenarbeiten sollte Anlass dafür sein, den Schlaglöchern den Kampf anzusagen. Doch der Kampf wurde abgesagt.

Dabei hätten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. „Obwohl Bezirksamtleiter Friedhelm Klein alles Mögliche getan hat, hat sich nichts getan. Die Witterungsbedingungen hätten es nicht möglich gemacht, die Straßenarbeiten verrichten zu können“, zitiert Wolfgang Schwertner die Erklärung von Straßen NRW. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU Duisburg-Süd ist verärgert. Auch Dargel ist wütend über diese Aussage. „Das entrüstet mich ungemein. Das scheint kein Ende zu nehmen.“

Angeblich zu schlechtes Wetter

Peter Beiske, Medienbeauftragter der Regionalniederlassung Ruhr von Straßen NRW, bestätigt: „Aus wettertechnischen Gründen waren die Arbeiten nicht möglich.“ Das bedeutet: „Das Wetter war nicht geeignet, um Asphalt einzubauen.“ Doch wo liegen die Temperaturgrenzen? Ab wann kann Asphalt nicht mehr aufgetragen werden? Das beantwortet Beiske so: „Regen ist schlecht, und die Temperatur sollte mindestens fünf Grad betragen.“

Tatsächlich waren diese Wettervoraussetzungen aber gegeben: Laut dem meteorologischen Dienst wetter.com betrug die Temperatur am 2. April, dem Tag, der für die Entfernung der Schlaglöcher vorgesehen war, zwischen 4,7 und 8,9 Grad, gemessen in Duisburg-Baerl. Stefan Laps, Meteorologe von der MeteoGroup, sagt über den Niederschlag an diesem Tag: „Der betrug zwischen 0,2 und 0,5 Liter pro Quadratmeter. Das ist so gut wie nichts.“ Straßen NRW kommentiert diese Darstellung der Wetterlage nicht.

Statt dass die Unebenheiten ausgeglichen wären, stehen nun wieder Tempo-30-Schilder auf der Straße. Sie sollen das Rasen und somit das Scheppern der Lkw-Fracht verhindern. Unterdessen scheppern bei Dieter Dargel und seinen Nachbarn weiterhin die Tassen im Schrank.