Junge Familien gefragt
01.06.2012 | 22:03 Uhr 2012-06-01T22:03:00+0200
Serm. Vor den knapp 100 Besuchern bei der Bürgerversammlung der CDU-Süd konnte OB-Kandidat Benno Lensdorf mit punkten. Seine Themen: Das „XXL“-Bad muss unbedingt kommen. Wohnbebauung sollte man südlich der Wedauer Brücke, ein Logistikzentrum nördlich der Wedauer Brücke ansiedeln. Der „Angerbogen“ sei ein städtebauliches Vorzeigeprojekt mit Modellcharakter. Der Applaus war dem Ruhrorter Unternehmer im Landgasthof Schenke sicher. Man war weitgehend unter sich.
Grundsätzlich werde die Investoren-gesteuerte Stadtplanung, wie beim „XXL“-Freizeitbad Am Förkelsgraben in Hüttenheim vorgesehen, weiter ausgebaut, wenn er OB werde“, sagte Lensdorf. „Denn die Stadt Duisburg hat gar nicht mehr das Geld, um mit eigenen Mitteln etwas zu bauen.“
In diesem Sinne müsse auch die riesige Freifläche zwischen Wedau und Bissingheim, auf dem ehemaligen Gelände des Rangierbahnhofs und des Ausbesserungswerkes der Bahn, von einem privaten Investor bebaut werden, fuhr der Kandidat fort.
Einigkeit mit der SPD im Duisburger Süden herrscht zumindest darüber, dass südlich der Wedauer Brükke hochwertige Wohnbebauung, auch für junge Familien, entstehen soll. Bei der künftigen Nutzung des Geländes nördlich der Brücke setzen die Christdemokraten freilich andere Akzente: Zwar können sich viele Parteimitglieder dort auch eine Ansiedlung mittelständischer Firmen vorstellen, etwa Handwerksbetriebe oder Uni-nahe Start-Up-Unternehmen. Aber Benno Lensdorf schloss auch ein Logistik-Zentrum mit bis zu 500 neuen Arbeitsplätzen östlich der Masurenallee nicht aus, das zumindest die SPD Wedau ablehnt (wir berichteten): „Nach den vorliegenden Planungen des Investors Duisport würde der Lastverkehr über eine neue Brücke im Norden des Geländes abgewickelt, die mit der Anschlussstelle Wedau der A 3 verbunden ist.“ Entscheidend ist für Lensdorf, dass in einem möglichen Logistik-Zentrum in Wedau auch eine Wertschöpfung mit neuen Arbeitsplätzen stattfindet.
Für Lensdorf ist die Bebauung des „Angerbogens“ ein gelungenes Beispiel für christdemokratische Planungs- und Strukturpolitik: „Die Siedlung, die dort entstanden ist, steht im Wettbewerb mit Düsseldorf gut da.“ Viele Düsseldorfer seien nach Duisburg umgezogen. „Dadurch haben wir eine Stabilität in der Einwohnerschaft des Duisburger Südens bekommen. Man stelle sich nur vor, die damaligen Pläne der SPD wären realisiert worden und wir hätten an dieser Stelle eine Bebauung mit Hochhäusern bekommen“, spielte Lensdorf auf einen alten Plan an.
Nach wie vor lebten in Duisburg zu wenig junge Familien, für Lensdorf Folge „der verfehlten Grundstückspolitik in den letzten Jahrzehnten nach dem Motto „Erbpacht statt kaufen“. Heute suche man händeringend nach dieser Bevölkerungsschicht, den jungen Familien.
16:51
Bei den hohen Kindergartengebühren in Duisburg bleiben die jungen Familien lieber in Düsseldorf wohnen. Sind doch schon einige Familien nach Düsseldorf abgewandert.