Hundesportverein trainiert Tier und Mensch

Kurt Reiß mit Hündin Lisa und Momo.
Kurt Reiß mit Hündin Lisa und Momo.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Beim Hundesportverein geht es nicht nur um Bewegung: Der Mensch lernt zu führen, das Tier zu gehorchen.

Wedau..  Momo und Lisa genießen den schönen Morgen auf dem idyllischen Gelände des Hundesportvereins an den Wedauer Rehwiesen sichtlich. Die beiden Labrador-Hündinnen des Vereinsvorsitzenden Kurt Reiß liegen verträumt in der Sonne und beobachten dabei blinzelnd, was ihr Herrchen so treibt. Gebrauchshundesportverein nennt sich der Club. Doch Gebrauchshunde werden auf der Anlage in unmittelbarer Nähe des Dickelsbachs schon lange nicht mehr ausgebildet.

Gebrauchshunde, dazu zählen Jagd-, Polizei- und Rettungshunde. Statt ihrer kommen heute vierbeinige Haustiere, berichtet der Vorsitzende der Hundesportler. Trainings-Schwerpunkt ist die Gehorsamsausbildung, die auch bei späterer hundesportlicher Betätigung eine unverzichtbare Grundlage ist. „Vom Neufundländer bis zum Malteser kann jede Rasse bei uns ausgebildet werden“, erläutert Kurt Reiß. Dabei geht es darum, Alltagsituationen nachzustellen und die Vierbeiner an die notwendigen Kommandos zu gewöhnen. Die Aufforderungen „Sitz“ und „Platz“ bilden dabei die Grundlagen. Jeder Hund wird so geschult, dass diese Kommandos akzeptiert werden, macht Reiß deutlich.

Das Ziel erreicht man, indem man bei Erfolg sehr viel lobt, Leckerchen verteilt oder den vierbeinigen Azubi mit einem Spielzeug belohnt. Ganz wichtig sei dabei die Körpersprache des Halters, betont der Hundefachmann: „Mit einer freundlichen Ausstrahlung zeigt man dem Hund, dass man mit seiner Leistung zufrieden ist.“

Gewaltfreie Erziehung ist ein Muss

Aber nicht nur der Hund muss trainiert werden, auch der Halter muss an sich arbeiten. Da muss Herrchen auch schon mal sein Verhalten umstellen, damit Hund überhaupt versteht, was sein zweibeiniger Begleiter von ihm will. Ein absolutes Tabu bei der Hundeerziehung sei das Schlagen, so Kurt Reiß, „das geht gar nicht“. Eigentlich hört die Erziehung eines Hundes nie auf, so der Hundeexperte: „Die Verhaltensweisen müssen immer wieder geübt werden.“

Einen gut erzogener Hund erkennt man daran, dass er sich ruhig an der Seite des Halters bewegt und auch dort, wo das Freilaufen gestattet ist – im Duisburger Süden zum Beispiel an der Sechs-Seen-Platte – nicht in den Wald rennt, um dort Tiere zu jagen. Aber auch der Halter ist gefordert, seinen Hund ständig im Auge zu haben, um auf die jeweilige Situation mit dem richtigen Kommando reagieren zu können.

Das oft von erschreckten Spaziergängern gehörte „Der tut nix“ ist bei guter Erziehung gar nicht nötig, erklärt Reiß. Gut trainierte Hunde (und Halter) haben die Möglichkeit, an Wettbewerben wie Obedience (Gehorsamsprüfung) oder an einer THS-Prüfung (Leichtathletik mit Hund) teilnehmen, die auch eine gute Kondition des Hundehalters erfordert.

Vor kurzem fand ein Agility- Wettbewerb auf dem Wedauer Vereinsgelände statt. Dabei müssen die Hunde ihre Beweglichkeit auf einem Hindernisparcours beweisen. Klappt bei solchen Wettkämpfen alles, beweist das: Auch Frauchen oder Herrchen waren beweglich. Und das nicht nur mit den Beinen, sondern auch im Kopf.