Gute Zukunftsaussichten im Süden

Gute drauf. Im Süden gibt es im Stadtvergleich die wenigsten Jugendlichen ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz.
Gute drauf. Im Süden gibt es im Stadtvergleich die wenigsten Jugendlichen ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Aus Buchholz und Ungelsheim kommen kaum Jugendliche ohne einen Schulabschluss und Ausbildungsplatz. Allerdings weniger Kinder als im Norden

Süd..  Viele Kinder und Jugendliche zu haben, ist eigentlich für eine Stadt eine gute Grundlage für die Zukunft. Duisburg hat mit Gelsenkirchen unter den Großstädten in NRW die meisten jungen Menschen. Aber viele von ihnen leben in schwierigen sozialen Verhältnissen. Das zeigt einmal mehr der aktuelle Kinder- und Jugendförderplan der Stadt auf. Er durchläuft zur Zeit die politischen Gremien. Dem Duisburger Süden kommt darin die Rolle zu, von allen sieben Stadtbezirken die geringsten sozialen Problemlagen zu haben, aber auch die wenigsten Kinder und Jugendlichen. Nur zwei Ortsteile fallen da aus dem Rahmen: Wanheim und Hüttenheim.

Schon der Kinder- und Jugendförderplan von 2010 machte es deutlich: Keinen Schulabschluss zu schaffen, schon als Kind Übergewicht zu haben, keinen Ausbildungsplatz zu bekommen, ja sogar kriminell zu werden, diese Gefahren waren von den 46 Duisburger Ortsteilen in Bruckhausen (Bezirk Meiderich/Beeck) und Hochfeld (Bezirk Mitte) am höchsten, in Ungelsheim und Buchholz jedoch, im Bezirk Süd also, am geringsten. Am ehesten noch bestanden sie hier für Jugendliche in Hüttenheim und Wanheim.

Mündelheim wird älter

Ausgerechnet die Ortsteile, in denen es besonders hohe Anteile an jungen Menschen in Duisburg gibt, sind jedoch solche sozialen Brennpunkte. Das zeigt sich nicht nur stadtweit, wo der Anteil der Sechs- bis 20-Jährigen in Hochfeld zwischen 2005 und 2013 sogar um 21 Prozent zunahm. In Marxloh (Bezirk Hamborn) stieg er noch um 8,5 Prozent. In Mündelheim war er dagegen um 24 Prozent rückläufig. Nur in Alt-Walsum war dieser Rückgang mit fast 34 Prozent noch stärker. Mit nur 2,4 Prozent wies Huckingen den geringsten Verlust an Sechs- bis 20-Jährigen auf. Huckingen ist der einzige Ortsteil im Bezirk Süd, der in den letzten Jahren sogar noch an Bevölkerung gewonnen hat.

Ungelsheim: 15 Prozent Migranten

Die Sozialforscher machen die Probleme vor allem an der Gruppe der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte fest. Auch hier sprechen die Zahlen für sich. So weist der Bezirk Hamborn mit einem entsprechenden Anteil von 60 Prozent aller Jugendlichen nahezu den doppelten Anteil des Bezirks Süd (32,6 Prozent) auf. Aber auch im Stadtbezirk Süd kommt jedes zweite Kind in Wanheim und Hüttenheim entweder selbst aus dem Ausland oder ist Kind von Eltern, die zugewandert sind. Den stadtweit geringsten Anteil dagegen findet man in Ungelsheim (15,6 Prozent).