Glücksspiel am Lichtschalter

Marlene und Horst Barbian haben sich einen Kerzenvorrat zugelegt.
Marlene und Horst Barbian haben sich einen Kerzenvorrat zugelegt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Drei Stromausfälle innerhalb von eine Woche verärgern den Buchholzer Horst Barbian. Für seinen Nachbarn ist diese Situation sogar lebensbedrohlich.

Buchholz..  Kerze, Streichhölzer und Taschenlampe stehen parat – neben dem Bett der Barbians. Drei Stromausfälle innerhalb von einer Woche sind der Grund dafür. Der 73-jährige Horst Barbian ist verärgert. Verärgert darüber, dass ihm niemand so recht weiterhelfen kann – weder die Stadtwerke noch die Elektriker noch der Installateur. „Unsere Stromausfälle sind kurios“, erzählt seine Frau Marlene Barbian. „Manchmal haben wir im Schlafzimmer Licht, im Wohnzimmer aber nicht. An anderen Tagen funktioniert nur die Hälfte der Herdplatten. Und einen Tag später haben die Nachbarn keinen Strom, wir aber schon“, erklärt Horst Barbian die Situation. Dass das Ehepaar das Fußballspiel zwischen Deutschland und Georgien nicht verfolgen konnte, war für sie besonders ärgerlich.

Für den Nachbarn ist die Ungewissheit, ob Strom ausfällt oder nicht, lebensbedrohlich. Ingo Teepe wurde nach der Diagnose „Kehlkopfkrebs“ der Kehlkopf entfernt. Seitdem ist er auf die Technik und somit auf Strom angewiesen. „Wenn ich den Schleim im Hals nicht absaugen und nicht inhalieren kann, drohe ich zu ersticken“, schildert Teepe die brenzlige Situation. Auf die Nachfrage seiner Frau bei den Stadtwerken, wann das Problem behoben sei, habe man ihr geantwortet, dass sie ihren Mann dann halt ins Krankenhaus fahren solle. „Eine Unverschämtheit“ findet Teepe. Zusätzlich zu den gesundheitlichen Bedenken ärgert sich das Ehepaar über einen kaputten Fernseher. Dadurch, dass das Gerät bei einem der Stromausfälle nur auf Standby stand, sei er nun defekt.

Beschwerde bei den Stadtwerken

„Dass mal der Strom ausfällt, kann vorkommen. Aber die Häufigkeit und das Ungewisse ist ärgerlich. Man weiß nicht wieso, weshalb, warum“, betont Horst Barbian wütend.

Nach Kontaktaufnahme mit den Stadtwerken wird jetzt nach der Ursache des Fehlers gesucht. Dafür wurde der Boden an einigen Stellen der Straße aufgerissen. „Auf unsere Beschwerde wurde immer reagiert. Aber die Art und Weise, wie man uns teilweise behandelt hat, ging gar nicht“, erzählt der 73-Jährige. Als Horst Barbian vor Ort bei den Stadtwerken war, um sein Anliegen zu schildern, habe man ihn abgewimmelt und auf den Kundenservice verwiesen. Die Chance, mit jemandem vom Fach zu sprechen, habe er nicht bekommen. Dabei wollte er nur wissen, ob er über die Osterfeiertage mit einem erneuten Stromausfall rechnen musste. Wäre das der Fall gewesen, hätte sich Marlene Barbian die Mühe am Herd für das Zubereiten des Festtagsessens sparen können. Doch alles ging gut. Plan B, der Pizza-Service, musste nicht greifen.