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Oktoberfest

Gaudi wie auf der Wiesn – in Duisburg-Serm

09.10.2011 | 18:02 Uhr
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Über 3000 Menschen feierten im Festzelt in Duisburg-Serm das schon traditionelle Sermer Oktoberfest. Ausgelassen und in bayrische Trachten und Dirndl gekleidet tanzen sie bis in den frühen Morgen. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg. Bayerische Verhältnisse in Duisburger Süden: Im direkten Vergleich mit der Münchner Wiesn muss sich das Oktoberfest der Sebastianer Kompanie der St. Sebastius Schützenbrüderschaft Serm nicht verstecken.

Obwohl das Fest der Sebastianer Kompanie der St. Sebastianus Schützenbrüderschaft Serm von den Dimensionen deutlich kleiner ist, ist die Stimmung mindestens genauso gut.

Schon vor 17 Uhr wartete eine Menschenschlange ungeduldig auf den Einlass ins Zelt und den traditionellen Fassanstich, der eine Stunde später durch den Karnevalsprinzen Pitter und den Schützenkönig Dennis Winter vorgenommen wurde. Von da an feierten die 3000 Besucher in dem geräumigen Festzelt auf dem Kaselle-Pitter-Platz bis tief in die Nacht.

„Normalerweise haben wir eine Abendkasse, an der wir noch Restkarten verkaufen, aber die Karten für den heutigen Abend sind schon seit gut drei Wochen restlos ausverkauft“, berichtet Heino Hansen, Kompanieführer der Sebastianer Kompanie, stolz.

Heino Hansen, wenn man so will die Gabriele Weishäupl des Sermer Oktoberfestes, war selbst noch nie auf der Wiesn in München. „Das ist aber auch nicht wichtig, da wir kei-ne Kopie des Münchner Okto-berfestes sein wollen.“

Oktoberfest Serm 2011

Obwohl das Sermer Oktoberfest längst nicht so alt ist wie das traditionelle Fest in Bayern, ist es doch eine Er-folgsgeschichte. Zum ersten Mal wurde das Oktoberfest 2000 zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Sebastianer Kompanie ins Leben gerufen. „Eigentlich sollte es eine ein-malige Veranstaltung sein, aber wir haben so viele positi-ve Rückmeldungen bekom-men, dass wir es seitdem all-jährlich ausrichten“, erklärt Hansen.

Nicht nur der 57-jährige Schütze trug bayrische Tracht. Gut neunzig Prozent der Fei-ernden im Zelt trugen Dirndl, Krachlederne oder wenigstens Karohemd und Trachtenhut. Wer nicht „bedirndelt“ war, fiel im blauweiß geschmückten Festzelt auf. Sogar Herrenfrisuren im Rautenmuster der bayerischen Flagge wurden gesichtet.

Auch sonst war alles vorhanden, was zu einer zünftigen Gaudi gehört. Für die Musi sorgten der Sermer Tambourcorps und die Blaskapelle „Rheintreu Serm“. Der musi-kalische Höhepunkt jedoch waren die „Isartaler Hexen“. Die acht feschen Bayerinnen heizten mit Oldies, Hits und Schlagern ein. Zu Liedern von Udo Jürgens, Rheinhard Mey oder auch Chubby Checker tanzten die Oktoberfestler auf den Bierzeltgarnituren und der Tanzfläche.

Zünftige Speisen wie Haxe mit Sauerkraut und dazu eine frisch gezapfte Maß durften bei dem Fest nicht fehlen. Ge-schätzte 75 Hektoliter Gers-tensaft gingen während des Sermer Oktoberfestes über die Theke. Wer einen Sitzplatz an den 222 Festzelttischen haben wollte, musste diesen im Vorfeld reservieren. Lediglich die traditionellen Festzelt-Kellnerinnen, die mehrere Maßkrüge vor sich her tragen, fehlten.

Oktoberfest in Duisburg-Serm 2009
Oktoberfest Aldenrade

„Wir sind zum ersten Mal hier in Serm auf dem Oktoberfest“, berichten Katharina und Jan Meyer. Letztes Jahr seien sie in München zum Oktoberfest gewesen. „Das war zwar nicht schlecht, aber es war bei Weitem nicht so schön wie hier in Serm.“ Viel zu voll sei es auf der Wiesn gewesen. Durch Freunde seien sie auf die Sermer Alternative aufmerksam gemacht worden. Beide sind sich einig: „Hier gefällt es uns besser und die Leute sind nett. Die Stimmung ist fantastisch und von jetzt an kommen wir in jedem Jahr.“

Miriam Verhey

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