Fluglärm in Duisburg-Großenbaum hält sich in Grenzen

Bei Ostwind bekommen die Bewohner von Großenbaum die am Flughafen Düsseldorf startenden Jets zu hören -  allerdings nur, wenn diese eine enge Kurve fliegen.
Bei Ostwind bekommen die Bewohner von Großenbaum die am Flughafen Düsseldorf startenden Jets zu hören - allerdings nur, wenn diese eine enge Kurve fliegen.
Foto: Jakob Studnar
Was wir bereits wissen
Die Auswertung der Flugrouten vom Düsseldorfer Flughafens aus ergab, dass die Auswirkungen auf Großenbaum hinsichtlich des Fluglärms irrelevant sind.

Duisburg.. Auch über Großenbaum finden Überflüge nach Starts von Flugzeugen vom Düsseldorfer Flughafen statt. Sie spielen sich aber fast alle in Flughöhen über 2700 Metern ab und gelten aus Sicht des Flughafens im Hinblick auf Fluglärm als irrelevant. Das ist das vorläufige Ergebnis weiterer Bemühungen von SPD-Bezirksvertreter Norbert Broda zum Thema Fluglärm.

Für Mündelheim und Serm hatten die von ihm initiierten Messungen im Sommer eine deutliche Zunahme des Fluglärms bei Abflügen ergeben. Da es auch aus Großenbaum vereinzelte Beschwerden gibt, hat Broda gegenüber dem Flughafen Düsseldorf nun auch in diesem Fall um Aufklärung gebeten.

Meistens über Kaarst und Meerbusch

Wie kürzlich vorgelegte Aufzeichnungen von Flugrouten belegen, ist der Stadtteil Großenbaum von der eigentlich über Ratingen und Mülheim verlaufenden Abflugroute nur am Rande betroffen. Bei vorherrschendem Westwind, also an 70 bis 80 Prozent aller Tage eines Jahres, wird in Richtung Westen gestartet. Die meisten Maschinen gehen dann über Meerbusch und Kaarst hoch, etwa ein Viertel aber dreht nach Norden ab und steigt über die Stadtteile Mündelheim und Serm auf, erreicht dort Flughöhen von rund 1500 Metern.

Bei Ostwind geht es über Ratingen hoch. Und dann drehen die Maschinen mit einem Flugziel in West- und Südeuropa über Ratingen nach Westen ab. Flugzeuge, die diese Kurve eng fliegen, überfliegen Großenbaum. Wird die Kurve weniger eng geflogen, geht es über Stadtmitte in Richtung Südwesten.

Am Samstag, 29. November 2014, fanden bei Ostwind 38 in Richtung Westen und Süden gerichtete Starts über Ratingen statt. Davon flogen sieben Maschinen die Kurve eng, also über Großenbaum. Tags darauf waren es von insgesamt 54 Starts elf enge Flüge.

Die jeweiligen Flughöhen lagen jedoch etwa doppelt so hoch wie im Bereich zwischen Serm und Mündelheim. Und das ist auch der Grund dafür, weshalb Veronika Bappert, die zuständige Ingenieurin beim Flughafen Düsseldorf, sich von Messungen nicht viel verspricht, weil dabei auch gänzlich andere Geräuschquellen erfasst würden.

Bappert rät den Anwohnern, die sich belästigt fühlen, stattdessen, bei einzelnen Überflügen, die sie als besonders störend empfinden, lieber den jeweiligen Flugzeugtyp zu ermitteln, um zu sehen, ob es daran liegt.