Fitnesstrend Freeletics erobert den Duisburger Süden

Lukas Lingnau, Daniel Bach und Julia Hahn an bilden den Kern der jungen Gruppe.Fotos:Hendrik Schulz
Lukas Lingnau, Daniel Bach und Julia Hahn an bilden den Kern der jungen Gruppe.Fotos:Hendrik Schulz
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Per Facebook verabreden sich Fremde zum sportlichen Schwitzen. Klimmzüge und Co. werden per App verglichen, das spornt an.

Duisburg - Süd.. „Hi, seid ihr die FreeleticsGruppe?“, fragt Andreas Rejek in die Runde. „Hey, ja! Herzlich Willkommen“, antwortet Julia Hahn und streckt ihre Hand aus. Freeletics, Zeit um Sport zu treiben – gemeinsam, in einer Gruppe. Die 20-Jährige angehende Polizistin hat den neuen Fitness-Trend im Duisburger Süden verbreitet, per Facebook.

Im März hat sie mit dem Trainingsprogramm, das aus einer App stammt, begonnen. In einer Facebook-Gruppe hat sie die Duisburger Bevölkerung dazu aufgerufen, mit ihr gemeinsam zu schwitzen. Es dauerte nicht lange, und Julia blieb nicht alleine auf dem Sportplatz der Realschule Süd. Zusammen mit Daniel Bach und Lukas Lingnau stellt sie den Kern der Freeletics-Gruppe aus dem Duisburger Süden dar. „Meistens sind wir zu fünft, aber immer häufiger stoßen auch neue Gesichter dazu“, erzählt Julia – so wie heute.

Andreas ist zum ersten Mal mit seinem Kumpel dabei. Erfahren von der Sportgruppe haben sie bei Facebook. Die Motivation, die dahinter steckt: „Die eigene Fitness verbessern, neue Leute kennenlernen, gemeinsam Sport treiben und dabei Spaß haben.“

Der Torrahmen wird zur Klimmzugstange

Die App haben sich beide noch nicht heruntergeladen. „Kein Problem“, sagt Daniel und schiebt sein Smartphone in die Mitte. Ein virtueller Coach erklärt die anstehenden Übungen anhand eines Videos. Für den Anfang stehen Klimmzüge und Liegestütze auf dem Programm – jeweils 50 im Wechsel, mit kleinen Verschnaufpausen. Der Torrahmen wird kurzerhand zur Klimmzug-Stange umfunktioniert. Ein bisschen wackelig, aber es hält.

Die ersten Schweißperlen rollen über die Stirn, das Blut schießt in die Wangen. Aufgeben tut keiner. „Das ist der Vorteil einer Gruppe. Man motiviert sich gegenseitig und kann sich mit anderen messen. Das setzt neue Kräfte frei“, schwärmt der 21-jährige Lukas. „Und man sieht schnell Unterschiede, was die eigene Fitness betrifft“, schiebt Julia nach und schaut auf die Stoppuhr in ihrer Hand. „Geht das auch schneller, Jungs?“ Keinen Klimmzug später werden die Ergebnisse in der App gepostet und mit der Community, also den Nutzern, die einem folgen, geteilt. Das spornt an.

Unterstützung in der Gruppe

Die beiden Neulinge schlagen sich wacker unter den Augen der Freeletics-Kenner. Sie lernen neue Übungen und werden bei falscher Ausübung korrigiert. „Das ist der große Vorteil einer Gruppe. Man kann fast nichts falsch machen“, betont der 23-jährige Polizist Daniel. Ein Grund dafür, dass er sich im Fitnessstudio abmelden möchte: „Außerdem ist es billiger und es macht an der frischen Luft und in der Gemeinschaft viel mehr Spaß, als in der Muckibude.“

Auch Julia ist keine Fitnessstudio-Gängerin. Für die Übungen, die Freeletics persönlich auf sie zugeschnitten hat, braucht sie keine speziellen Geräte. Auch nicht für die 10 000 Hampelmänner, die sie sich bis zum Wochenende als Ziel gesetzt hat. Bei einer sogenannten Challenge, auf Deutsch Herausforderung, hat sie angegeben, diese immense Zahl innerhalb von einer Woche zu schaffen. „Ich hab’ die Ausschreibung falsch verstanden“, gibt Julia zu und sorgt für Gelächter bei den anderen.

Spaß, das haben sie, die jungen Sportbegeisterten, die sich auf dem Sportplatz am Ziegelkamp kennengelernt haben. Aus virtuellen Bekanntschaften wurden echte Freundschaften – dem Sport sei Dank.