Fast 180 000 Euro für Bosnienhilfe der Caritas

Heribert Hölz informiert sich selbst immer wieder vor Ort über die Verwendung der Spendengelder.
Heribert Hölz informiert sich selbst immer wieder vor Ort über die Verwendung der Spendengelder.
Foto: FUNKE Foto Services
Heribert Hölz engagiert sich seit 20 Jahren von Duisburg-Buchholz aus für das Balkanland. Mit dem Spendenjahr 2014 ist er zufrieden.

Buchholz..  Die Bosnienhilfe der Duisburger Caritas liegt Heribert Hölz immer noch sehr am Herzen. Die schrecklichen Bilder des Balkankrieges Mitte der 1990er-Jahre ließen den damaligen Caritas-Sozialarbeiter einfach nicht mehr los. Noch zu Kriegszeiten organisierte Hölz Lkw-Transporte mit Hilfsgütern, um die schlimmste Not dort zu lindern. Über 20 Jahre dauert mittlerweile sein unermüdlicher Einsatz für das Land, das nach seinen Worten „immer noch nicht auf die Beine kommt“.

Im letzten Jahr ging ein großer Teil der Spenden (60 000 Euro) in die Hilfe für die Opfer der Flut-Katastrophe in Bosnien. Mit dem Geld wurde der Aufbau einer Schreinerei finanziert, in der dringend benötigte Ersatz-Möbel angefertigt wurden. Unterstützt wurden zudem zwei Schulinternate (15 000 Euro) und Alten-Einrichtungen (25 000 Euro). Die Suppenküche in Zenica wird ausschließlich durch den Verkauf von Marmelade finanziert. Mit den 20 000 Euro können immerhin 120 Essen täglich ausgegeben werden.

Die mehrfach jährlich durchgeführten Hilfsfahrten per Lkw gehören inzwischen der Vergangenheit an. „Das schaffen wir einfach körperlich nicht mehr“, bedauert der 72-Jährige. Hölz sammelt nun Geldspenden ein, um die vielfältigen Projekte vor Ort unterstützen zu können. „Das letzte Jahr war ein gutes Spendenjahr“, stellt der in Neukirchen-Vluyn wohnhafte gebürtige Duisburger erfreut fest. Immerhin 178 000 Euro sind übers Jahr zusammengekommen. Größtenteils setzt sich die Summe aus vielen kleineren Spenden zusammen, aber diesmal war auch eine unverhoffte Großspende eines Privatmanns dabei. Hölz ist sich der Verantwortung gegenüber seinen zahlreichen Spendern bewusst. „Ich lasse jedes Jahr alles durch unabhängige Wirtschaftsprüfer kon­trollieren“, so der immer noch aktive Caritas-Helfer, der ergänzt: „Das habe ich von Anfang an zur Bedingung gemacht.“

50 Schafe im Gepäck

In Bosnien arbeitet man mit Kirchen und örtlichen Caritas-Vertretern zusammen. Aber auch selbst ist Hölz immer wieder vor Ort, um sich über die Verwendung der Spendengelder und den Fortschritt der Projekte zu informieren. Die Spendensammlung koordiniert der frühere Sozialarbeiter von seinem Büro im Caritascentrum Süd aus. Dort kann man auch die in Heimarbeit hergestellte Marmelade kaufen, die er und seine Ehefrau Ursula jedes Jahr in wochenlanger Arbeit herstellen. „Wir bekommen sehr viel Obst vom ganzen Niederrhein gespendet“, freut sich Hölz, auch auf diese Art den Spendentopf füllen zu können.

Eine andere Idee ist ein wahrer Renner. Hölz ist oftmals Gast in Schulen und Kindergärten, um dort für das Schafprojekt zu werben. Mit dem so gesammelten Geld werden Kleinbauern Mini-Schafherden (ein Bock, fünf Schafe) zur Verfügung gestellt. Die Kids dürfen den Schafen Namen geben und erhalten anschließend ein Foto ihres Patenschafs. Immerhin hat Heribert Hölz, wenn er sich im Juni zum 81. Mal auf den Weg nach Bosnien macht, 50 Schafe im Gepäck.

Familienpatenschaften

Weitere Projekte sind die Familienpatenschaften für 25 Euro monatlich, die Unterstützung von Kleinbauern-Genossenschaften und der Aufbau einer Obstplantage mit 10 000 Bäumen. Hölz weiß aus eigener Anschauung, dass „alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist“ und die Hilfe „in dem vergessenen Land mitten in Europa“ noch lange nötig sein wird.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE