Erdwall: Vergleich könnte die Lösung sein

Mündelheim..  Ins vierte Jahr geht mittlerweile der Prozess der Katholischen Kirchengemeinde St. Judas Thad­däus gegen die Düsseldorfer Bauträgerfirma NH Real Estate um die Entschädigung der Kirche für den Abbruch eines Erdwalls entlang der B 288. Vor dem Landgericht Duisburg schlossen die streitenden Parteien am Montag einen Vergleich, also einen Kompromiss, den jede der beiden Seiten aber in den nächsten vier Wochen noch widerrufen kann.

Danach bezahlt NH Real Estate an die Kirche 15 000 Euro dafür, dass die Kirche den Wall komplett abtragen lassen kann, und weil ihr Pächter, der benachbarte Kleingartenverein, wegen Behinderungen durch den Wall seine Pacht an die Kirche gemindert hat.

In ihrer Klage gegen die Firma vom Dezember 2011 hatte die Kirche insgesamt 23 800 Euro Entschädigung gefordert: 6000 Euro für die bisher von ihr durchgeführte Abtragung, weitere 6200 Euro für den Pachtausfall der Kleingärtner, schließlich 11 600 Euro für die restliche Beseitigung des Walls.

15 000 Euro Entschädigung

Ein Sachverständiger bestätigte dem Richter am Montag, dass die 11 600 Euro laut Kostenvoranschlag angemessen sind. Mit dem Betrag zuzüglich Verzugszinsen konnte sich auch der Anwalt der Bauträgerfirma anfreunden, aber nicht mit den vom Gericht vorgeschlagenen 15 000 Euro. „Damit fahren Sie schon spitzenmäßig, weil die Pachtminderung gerechtfertigt ist“, versuchte der Anwalt der Kirche seinem Kontrahenten ein Ja schmackhaft zu machen. Für die Pachtminderung gibt es aber in den Gerichtsakten keinen schriftlichen Beleg. „Sie wollten nur 8 000 Euro bezahlen, wir wollten 24 000 Euro haben. Ich glaube nicht, dass ich gegenüber den Gremien der Kirche weniger durchkriege“, gab der Anwalt der Pfarrei zu bedenken. „Die hatten schon bei 16 000 Euro Bauchschmerzen.“

Beide Seiten haben jetzt Zeit, darüber nachzudenken.

Hintergrund ist, dass NH Real Estate Im Bonnefeld sechs Reihenhäuser gebaut hat. Der Bebauungsplan sieht bis in 40 Meter Nähe zur B 288 insgesamt 18 Reihenhäuser vor, die aber durch einen Lärmschutzwall abgeschirmt werden müssen. NH Real Estate behauptet, ihn mit Zustimmung der Kirche auf deren Grundstück angelegt zu haben. Die Kirche bestreitet diese Darstellung allerdings.

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