Eine Strategie für neuen Wohnraum im Duisburger Süden

Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Duisburg 2027: Geplante zusätzliche Wohnbebauung im Süden sorgt für heftige Diskussionen. Ex-Ratsherr befürchtet „ein neues Rahm-West“.

Duisburg.. Seit 2013 wird das Strategiekonzept „Duisburg2027“ des städtischen Dezernats für Stadtentwicklung unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit diskutiert. Ei­gentlich sollte das für Duisburg stadtplanerisch richtungweisende Entwicklungskonzept für zukünftiges Wohnen und Arbeiten schon im November 2014 vom Rat beschlossen und auf den weiteren politischen Weg gebracht werden. Aber das wird nach umfassender Prüfung durch die Ratsfraktionen voraussichtlich erst im März oder April soweit sein, wie Thomas Susen, der planungspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, jetzt erklärte. Die Süd-CDU hatte zu einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema ins Großenbaumer St.-Franziskus-Gemeindezentrum eingeladen.

„Duisburg2027“-Projektleiter Arne Lorz von der Stadtverwaltung stellte das mittlerweile in der endgültigen Fassung vorliegende Planungskonzept den zahlreich erschienenen Gästen vor. Dabei machte er deutlich, das dieses gesamtstädtisch angelegte Entwicklungskonzept, „wie fälschlicherweise oft angenommen“, noch „kein neuer Flächennutzungsplan“ sei. Der wird daraus erst entwickelt.

Hochwertiger Wohnraum gesucht

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen bei der CDU die planerischen Vorstellungen, die speziell den Duisburger Süden betreffen. Der Planungsexperte machte klar, dass es bei der Planung für einen Industrie- und Logistikstandort wie Duisburg darum gehen müsse, Bedürfnisse der Industrie und des Wohnumfeldes der Bürger gleichermaßen zu berücksichtigen („Gegenseitige Rücksichtnahme in Konfliktlagen“).

Ebenso deutlich machte Lorz, dass die Stadt dringend hochwertige Wohnbebauung anbieten müsse, um jungen Familien und einkommensstärkeren Schichten das Wohnen in Duisburg zu ermöglichen („Die gehen sonst an den Niederrhein“). Dabei stehe der Duisburger Süden mit seiner hohen Wohnqualität besonders „hoch im Kurs“. Vorrangig sollen Grundstücke in bereits ausgewiesenen Wohngebieten für die „Neusiedler“ zur Verfügung gestellt werden, aber man komme nicht umhin, auch bisherige Freiräume „maßvoll und behutsam“ für eine mögliche Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Diese Aussage forderte mit Blick auf die für Großenbaum und Rahm angedachte Planung den Widerspruch vieler Anwesender heraus.

Strikte Ablehnung

Großen Zuspruch fand Jürgen Quensell, der die Planungen rund um das als mögliches Neubaugebiet ausgewiesene Areal „Am Rahmerbuschfeld“ so strikt ablehnte. Durch die zu klein dimensionierten Grundstücke entstehe dort „eine hohe Verdichtung, da so rechnerisch mehr als 80 Wohneinheiten ermöglicht würden“, so der frühere Ratsherr, der an dieser Stelle „ein neues Rahm-West“ befürchtet. Volker Persch schloss sich dieser Meinung nicht an und gab zu bedenken: „Man kann nicht nach dem Motto ,Hauptsache wir wohnen hier und haben unsere Ruhe’ sich abschotten und gesamtstädtische Belange einfach ignorieren.“