Eine Mitte für Rahm gefordert

Günter Both am Rahmerbuschfeld. Die dortige Ackerfläche soll künftig Wohnbaufläche werden.
Günter Both am Rahmerbuschfeld. Die dortige Ackerfläche soll künftig Wohnbaufläche werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Naturschützer Günter Both plädiert dafür, den künftigen Nahversorger für Rahm in Rahm-West anzusiedeln. Die Freifläche am Rahmerbuschfeld könnte dann erhalten bleiben.

Rahm..  Jahrzehntelang hat Günter Both (77) versucht, die Entwicklung des Duisburgers Südens mitzugestalten: im Beirat für Stadtgestaltung, im Beirat bei der Unteren Landschaftsbehörde und als Vize-Vorsitzender des Bürgervereins Großenbaum/ Rahm. Mittlerweile verfolgt er die Dinge aus der Distanz. Dass jetzt aber versucht wird, die Wiese am Rahmerbuschfeld mit ei­nem Nahversorger zu bebauen, ruft ihn wieder auf den Plan. Nach seiner Ansicht würde damit die einmalige Chance vertan, in den nächsten Jahren etwas für das Zusammenwachsen des durch die Eisenbahn zerschnittenen Stadtteils zu tun.

Den früheren Schützenplatz, ursprünglich das Grundstück der Villa Rosiny, die 1974 abgerissen wurde, mit einem Lebensmittelmarkt zu bebauen, hält der frühere selbstständige Garten- und Landschaftsbauer für eine Versündigung an der Natur.

Offenbar, so Both, soll der Edeka Am Rahmer Bach verlagert werden, ehe er eines Tages dort in seiner heutigen Größe nicht mehr attraktiv ist. Dafür hat er Verständnis. „Ich würde aber versuchen, mit dieser Verlagerung nicht nur die Nahversorgung Rahms zu sichern, sondern noch einige andere Probleme mit lösen“.

Projekt RRX als Problemlöser

„Rahm-West fehlt es bis heute an einem Nahversorger. Die Verbindung zwischen Alt-Rahm und Rahm-West ist miserabel“, kennzeichnet Both die heutige Lage. Da biete das Projekt RRX, der Rhein-Ruhr-Express auf einem fünften und sechsten Gleis, die Chance, all das gleichzeitig zu verbessern.

Denn für diese beiden neuen Gleise muss der Bahnsteig versetzt werden. Dann aber muss die Unterführung neu- oder umgebaut werden - endlich mit flachen Treppen und Rampen auf beiden Seiten und einem Aufzug zu den Zügen.

Den Dorfplatz mit Leben füllen

Das schaffe die ideale Voraussetzung dafür, diesen Nahversorger in Rahm-West neu zu bauen. „Entlang der Bahntrasse gibt es dafür seit Jahrzehnten im Bebauungsplan eine Mischfläche“, erklärt Both. „Zieht man einen Radius von 500 Metern um diesen Standort, kann man von dort aus auch Alt-Rahm fast komplett abdecken. Das Hindernis der alten Unterführung entfiele ja.

Statt dass die Bewohner von Rahm-West ihren Ortsteil mit dem Auto verlassen, um hauptsächlich bei Real in Großenbaum einzukaufen, würden eben einige Autofahrer aus anderen Ortsteilen hierher zum Einkaufen fahren. Viele Alt-Rahmer könnten ihre Einkäufe aber zu Fuß oder mit dem Fahrrad dort erledigen.

Von der damit verbundenen Belebung könnte der Dorfplatz profitieren. Und damit könnte man auch den Anschluss von Rahm-West ans Busliniennetz begründen. Both: „Wir kriegen so endlich eine Mitte für Rahm.“