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Ein Lied sagt mehr als Worte

21.05.2012 | 19:23 Uhr
Ein Lied sagt mehr als  Worte
Die Harlem Gospel Singers zeugen von der betörenden Wirkung des religiösen Liedes. Foto: Frank Vinken

Buchholz. „Mehr als Worte sagt ein Lied“ - unter diesem für Schreiber niederschmetternden Titel steht eine neue Veranstaltungsreihe im Caritascentrum Süd an der Sittardsberger Allee 32. Im ersten Teil dieses musikalischen Gesprächskreises, der einmal im Monat am Montagnachmittag stattfindet, konzentrierte sich der Referent Ulrich Wojnarowicz auf Kirchenlieder. „Im Laufe der Zeit werden wir allerdings weniger fromm“, kündigt der Theologe des Katholischen Bildungswerks an. Er kann sich vorstellen, dass dann auch Schlager wie „Die kleine Kneipe“, der Ohrwurm von Peter Alexander, im Mittelpunkt stehen. Ein Lied über einen Treffpunkt, an dem niemand fragt, „was Du hast oder bist“. „Ein Rankingfreier Ort sozusagen“, meint der Theologe.

Gestern, zum Einstieg, ging es vor allem um „Lobe den Herrn“, einen Klassiker von Joachim Neander, nach dem übrigens das Neandertal benannt ist. Das berühmte Kirchenlied aus dem Jahre 1680 basiert auf einer damals beliebten Volksweise eines unbekannten Komponisten. Denn die bereits bekannte Melodie sollte den Kirchgängern helfen, sich den neuen Text einzuprägen.

Neander dachte dabei durchaus pädagogisch, wirkte er doch hauptamtlich als Leiter der Lateinschule in Düsseldorf. Der gebürtige Bremer vereinfachte den Inhalt eines Psalms (Nr. 103), übersetzte ihn quasi in eine zeitgemäße Sprache und mixte den Text mit einer eingängigen Melodie.

Mit der Wortwahl haben heutige Sänger und Hörer mitunter ihre Probleme, schließlich sind gut 330 Jahre ins Land gegangen. Der „mächtige König der Ehren“ gehört nicht zum aktuellen Vokabular. Und wenn die Rede davon ist, dass Gott den Menschen „künstlich“ bereitet habe, dann ist dies im heutigen Sinne als „kunstvoll“ zu verstehen.

Dennoch gehört Musik zum zentralen Bestandteil des Gottesdienstes, sie dient keineswegs nur als schmückendes Beiwerk. „Das Singen berührt die Menschen ganz tief“. Wojnarowicz spricht die emotionale Ebene an, auf der Gesang den Menschen erreicht. Nicht nur Orpheus konnte mit der Musik Steine zum Weinen bringen, auch das Kind im Mutterleib reagiert bereits auf Klänge.

„Wenn Sie Ihrem Herzen etwas Gutes tun wollen, dann singen Sie am besten“, empfiehlt der Referent und spricht damit die Zwerchfell-Atmung an, mit der der Sänger die Organe besser mit Sauerstoff versorgt. Abgesehen davon erzeugen Klänge wie der F-Dur-Dreiklang im besagten „Lobe den Herrn“ ein harmonisches Gefühl. „Jedenfalls für Angehörige meiner Generation“, gab eine ältere Teilnehmerin des Gesprächskreises, die sich mit den Techno-Rhythmen ihrer Enkel nicht anfreunden kann.

Der nächste musikalische Gesprächskreis im Caritascentrum am Montag, 4. Juni, von 15 Uhr bis 16.30 Uhr befasst sich mit dem Lied „Danke für diesen guten Morgen“.

Gabriele Beautemps



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