Ein Leben in Dirts Hell
06.11.2007 | 20:39 Uhr 2007-11-06T20:39:10+0100Von der "Geburt" eines Auftragskillers im Duisburger Süden. Jenny Klippel aus Huckingen schreibt einen Kriminalroman mit dem Helden "Kajlet Jarvis"
Der Duisburger Süden hat eine Menge zu bieten. Selbst wer einen Auftragskiller sucht, wird fündig. Kajlet Jarvis, eben ein Vertreter dieses Berufsstandes, wurde hier "geboren". Seine "Mutter", Jenny Klippel, lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr im Süden. Oder sagen wir besser: Es ist Kajlet Jarvis' geistige Mutter, die in Huckingen wohnt. Denn der Auftragskiller ist der Held in Jenny Klippels Kriminalroman "Dirts Hell", der jetzt erschienen ist.
Wer ist Jenny Klippel, und wer ist Kajlet Jarvis? Fangen wir mit der Erfinderin des Protagonisten an: Vor 33 Jahren im Duisburger Norden geboren, dann im Süden aufgewachsen, besuchte Jenny Klippel die Gesamtschule in Großenbaum, absolvierte eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und arbeitet seit acht Jahren in einem kleinen Hotel in Düsseldorf. Ihr Hobby von Kindesbeinen an: das Schreiben. "Schon als Kind habe ich kleine Bücher angelegt", erzählt sie. Diese Werke hatten so klangvolle Titel wie "Wir gehen in den Zoo". Denn Klippel liebt Tiere. Und auch in dem Roman kommt eine Katze vor, "ein Streuner mit Symbolcharakter", wie die Autorin erzählt. Gedichte, Liedtexte, Kurz- und Kindergeschichten folgten. Die Huckingerin kann sich ein Leben ohne Schreiben gar nicht vorstellen. "Es ist mein Hobby. Während andere ins Kino gehen, schreibe ich", sagt sie. Viele ihrer Arbeiten stellte die Autorin ins Internet. Weil die "gut ankamen", wagte sie dann den Sprung ins kalte Wasser und schrieb einen Roman. Einfach so, "aus dem Bauch heraus". Das ganze Buch nennt die Autorin ein "komplettes Bauchprojekt" und erklärt: "Das kam so über die Finger."
Was da über die Finger aufs Papier, oder besser aufs Laptop überging, ist eben ein Krimi in fünf Teilen. Und weil Jenny Klippel düstere Sachen à la Stephen King mag, kommt der Titel des Romans "Dirts Hell" nicht von ungefähr. Das ist nämlich ein Viertel in der fiktiven Stadt "Wicked Grove", der Stadt "mit den meisten Gewaltverbrechen im ganzen Land", wie es im Roman heißt. Und Sätze wie "In der Luft lag der Dunst der Hoffnungslosigkeit" machen klar, wie das Leben ist in dieser Stadt, in der Kajlet Jarvis zu Hause ist und seiner zweifelhaften Berufung nach geht.
Jenny Klippel verrät zumindest so viel von der Geschichte: Ihr Held verändert sich im Laufe des Romans, in dem es auch um Organhandel, Drogen und Prostitution geht. Erst einsamer Wolf, findet Kajlet Jarviis später Freunde. Erst der Böse, wechselt er zu den Guten. Und er bekommt schließlich Antworten auf Fragen zu seiner eigenen Kindheit und dem gewaltsamen Tod seiner Familie. Ein Jahr schrieb Jenny Klippel an dem Buch. Ein weiteres brauchte sie, um einen Verlag zu finden. Als das geklappt hatte, war sie "total glücklich", war Party angesagt.
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