Ein Konzert voller Lebenfreude

Foto: FUNKE Foto Services

Ungelsheim..  Mit bescheiden gesenkten Köpfen stehen die elf jungen Sängerinnen des Chores „Minstrels of Hope“ aus Manila auf der Bühne des Gemeindezentrums der Ungelsheimer Auferstehungskirche. Der Chorleiter Benibaldo „Jun“ Mapa gibt den Einsatz, die jungen Frauen beginnen zu singen - kraftvoll und klar. Im voll besetzten Saal werden über Zuschauer plötzlich ganz aufmerksam. „Hammer!“ flüstern ein Zuhörer einem anderen zu.

Martin Scharper von der Infostelle „Dritte Welt“ des Kirchenkreises, der die Duisburger Konzerte des Chores organisiert hat, genießt den Wow-Effekt, den die zierlichen Frauen bei ihrem Publikum hervorrufen. Sie sind alle in den Slums um Manila aufgewachsen und stammen aus armen Familien. Ihre Eltern und Geschwister haben kein geregeltes Einkommen und schlagen sich als Eisverkäufer und Gelegenheitsarbeiter durch ein hartes Leben, in dem medizinische Versorgung Luxus ist und Bildung fast unerreichbar.

Ihre Träume sind so bescheiden, wie ihr Auftritt. Eine Ausbildung, ein Job mit festem Gehalt, jeden Tag genug zu essen für die ganze Familie und ein Haus in einer sicheren Gegend, das nicht so eng und dunkel ist.

Der Chor und die Non-Profit-Organisation dahinter, die mit dem Bocholter Verein Straßenkinderhilfe „Kaibigan“ zusammenarbeitet, hat ihnen Hoffnung gegeben. „Ich bin mit den Minstrels an Orte gereist, wo sonst nur die reichen Leute hinkönnen“, sagt eine der Sängerinnen.

Ihre Tourneen nach Kanada, Spanien und Deutschland sind kein Selbstzweck. Sie sammeln Geld, um den Familien in den Slums zu helfen, damit sie die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht verlieren. Für sie selbst hat das funktioniert.

Sie singen „In the Jungle“ und zeigen plötzlich eine ansteckende Lebensfreude. Jun Mapa lässt als Vorsänger seine Kopfstimme fisteln, hinter ihm bricht der Urwald los, die Affen schreien in den Zweigen, bei dem Lärm kann der Löwe doch unmöglich schlafen. Zur Freude ihres Publikums singen sie auch „Ich war noch niemals in New York“. Da ertappen sich auch Menschen beim Mitsingen, die nicht verdächtig sind, jemals Udo-Jürgens -Fan gewesen zu sein. „Diese Freude, die sie beim Singen ausstrahlen ist einfach ansteckend“, sagt Besucher Elmar Ibels.