Ein breiterer Blick auf die Natur in Duisburg

Jürgen Hinke vom Nabu mit Teilnahmern an seiner Exkursion.
Jürgen Hinke vom Nabu mit Teilnahmern an seiner Exkursion.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Exkursion der Volkshochschule mit Vogelkenner Jürgen Hinke vom Nabu an der Sechs-Seen-Platte

Wedau..  Die Tage werden langsam wieder wärmer, die Sonne zeigt sich immer öfter. In den vergangenen Wochen ist auch wettertechnisch der Sommer in Duisburg angekommen. Ein Ausflug zur Sechs-Seen-Platte liegt da für viele Naturfreunde nahe. Doch was die Flora und Fauna des Freizeitziels wirklich alles zu bieten hat, wissen wahrscheinlich auch die aufmerksamsten Besucher nicht.

Viel Beifall für den Nabu-Fachmann

Bei einer Führung in der Volkshochschul-Reihe „Biotope in Duisburg“ gewährte Jürgen Hinke, Vorsitzender des städtischen Naturschutzbundes (Nabu), nun anlässlich der Duisburger Umwelttage Einblicke in das Ökosystem des rund 283 Hektar großen Gebiets. Bei einem normalen Spaziergang bleiben sie zumeist verborgen. „Das Besondere an der Sechs-Seen-Platte ist das breite Spektrum an Wasservögeln, die man hier antrifft“, fasst der Ökologie-Experte zusammen.

Knapp 25 Besucher folgten dem Naturschützer auf Schritt und Tritt auf seiner rund acht Kilometer langen Tour, die am Wolfssee startete. Von Mammutbäumen über Kanadagänse bis hin zu Blesshühnern zeigte und erklärte der ehrenamtliche Führer seinen Zuhörern die verschiedenen hiesigen Pflanzen- und Tierarten entlang der dichtbewachsenen Wege und der Ufer.

Zur zusätzlichen Veranschaulichung hatte der Fachmann sogar noch ein paar Präparate wie zum Beispiel ein Stück Blindschleichenhaut dabei. „Wir wollen den Leuten mit diesen Führungen schließlich einen breiteren Blick auf die Natur in Duisburg verschaffen. Vieles kennt man ja einfach nicht, wenn man nicht genau hinsieht“, erklärte Hinke.

Blick vom Aussichtsturm

Ein kleiner Höhepunkt der Exkursion war die Besteigung des stählernen Aussichtsturms auf dem Wolfsberg. Von rund 20 Metern Höhe aus bekamen die Besucher nicht nur einen wunderschönen Überblick über das riesige Gebiet, sondern auch das nötige Fachwissen zu den Baggerseen, deren Auskiesung, wie Hinke berichtet, in den 1920er Jahren begann.

Als dann nach etwa zweieinhalb Stunden der Ausgangspunkt, das Freibad am Kalkweg, wieder erreicht war, gab’s anhaltenden Applaus für Hinke.

Auch Teilnehmerin Mechthild Mench klatschte begeistert in die Hände. „Das war wirklich großartig“, resümierte die Hombergerin. Aufmerksam auf die Führung ist sie ganz zufällig durch einen Flyer in der Innenstadt geworden. „Keine Frage war zu blöd und man hat wirklich außergewöhnliche Einblicke hier in das Wildleben bekommen. Und das alles kostenlos. Das war einfach ein tolles Naturerlebnis“, fand die Naturfreundin, die erst im vergangenen Jahr nach Duisburg gezogen ist und nun auch die weiteren Führungen mitmachen wird.