Edle Tropfen für feine Gaumen aus Serm

Axel Gesser und seine edlen Tropfen.
Axel Gesser und seine edlen Tropfen.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Axel Gesser schrieb seine Diplomarbeit über den Weinhandel und machte sich dann damit selbstständig

Serm..  25 000 Flaschen Wein hat Axel Gesser durchschnittlich auf Lager. Als Inhaber von „Avec Plaisir“ hat er sein Lieblingsgetränk zum Beruf gemacht: Sternegastronomen beliefert der Großhändler mit edlen Tropfen, die Weinkeller von Versicherungen oder Banken bestückt er mit wertvollen Jahrgängen. Aber auch Privatleute können ihr weißes, roséfarbenes und rotes Trinkvergnügen bei ihm einkaufen. Es muss ja nicht gleich die Flasche für einen vierstelligen Betrag sein.

„Bei uns gibt’s nur Entdeckungen“, beschreibt der Inhaber sein Sortiment. Was im Supermarkt steht, kommt bei ihm nicht ins Regal. Da lagern immerhin 200 verschiedene Sorten Wein mit kuriosen Namen wie „Les enfants terribles“.

Die meisten Weine vertreibt der Händler exklusiv; da kauft er zum Beispiel die insgesamt 600 Flaschen von Holger Kochs Pinot Noir Rischbühl komplett auf. Den hochgezüchteten Gaumen eines Weinkenners verwöhnt er ebenso wie den Laien, der sich einfach mal eine Flasche zum Essen gönnt. Das spiegelt sich auch im Preis wider: Bei fünf Euro geht’s los, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt: Die teuerste Flasche, die Gesser bisher verkaufte, ging für 1200 Euro weg.

Das exklusive Erlebnis

Den Gegenwert einer Urlaubsreise kurz schmecken und dann runterschlucken – lohnt sich das? Diese Frage ist für Gesser bitter im Abgang. Er erklärt: „Entweder kauft das jemand, der sich profilieren will - oder ein Sammler, der einfach wissen will: Wie schmeckt dieser Wein?“ Dabei geht es dann nicht mehr um den Preis, sondern um das exklusive Erlebnis. „Sie sammeln nicht nur die Flasche im Keller, sondern auch die Eindrücke, die Momente.“

Die meisten Weine, die Gesser vertreibt, sind französisch; nicht von ungefähr hat er sein Geschäft „Avec Plaisir“ genannt. Aber auch Italiener finden sich in seinem Düsseldorfer Lager, dazu deutsche Weine und „ein bisschen Spanier“. Die Vorliebe für den größten Weinproduzenten der Welt kommt bei Gesser nicht von ungefähr: Sechs Jahre lang wuchs er dort auf, ging zur Schule, während seine Vater in Frankreich arbeitete.

Renommierte Kunden

Zum Auslandssemester zog es ihn später zurück in sein zweites Heimatland. Noch heute fährt er mehrfach pro Jahr hin. Das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft beschloss er mit einer Diplomarbeit über den Weinmarkt in Deutschland. Da lag es nahe, sich ein paar Jahre später mit einem eigenen Weinvertrieb selbstständig zu machen.

Heute kaufen Sterne-Restaurants wie das Essener Schloss Hugenpoet bei ihm ein. Privatkunden finden den Weg zu Avec Plaisir meist über Empfehlungen oder das Internet. In Serm ist zwar Gessers Büro, ein Ladenlokal aber hat er nicht. Etwas Passendes im Süden, das würde ihm schon schmecken.