Duisburger Schuhboutique Laszivo schließt

Claus Zimmermann
Claus Zimmermann
Foto: Lars Fröhlich
Im Schuhladen Laszivo in Huckingen kam es auf die Länge an: Der Inhaber verkaufte Schuhe mit mindestens acht Zentimetern Absatz. Jetzt schließt er.

Huckingen..  „Billigschuhläden gibt es an jeder Ecke. Geschäfte, die exklusive, hochwertige Schuhe verkaufen, sind extrem selten“, sagt Claus Zimmermann und spielt damit auf seinen Schuhladen Laszivo in Huckingen an. „Wir verkaufen ausschließlich Damenschuhe mit mindestens acht Zentimeter Absatz“, so der Geschäftsführer. Genauer gesagt, verkauften; Vergangenheit: Denn Zimmermann schließt den Laden nun aus persönlichen Gründen.

Nachdem 2013 seine Ehefrau verstorben ist, führt der 49-Jährige den Laden alleine. „Das ist auf Dauer zu anstrengend. Jetzt bin ich teils traurig und teils erleichtert, dass alles ein Ende hat. Das sind halt fünf Jahre, die man nur ungern enden lässt. Andererseits freue ich mich darauf, an einem freien Samstag irgendwo frühstücken zu gehen. Die Möglichkeit hatte ich seit sechs Jahren nicht mehr“, so Zimmermann.

„Wir hatten viele Stammkunden aus dem ganzen Ruhrgebiet. Die waren keine Laufkundschaft, sondern Leute, die gezielt nach hochwertigen Schuhen suchten, teilweise auch Leute aus dem Fetisch-Bereich. Die sind alle sehr traurig, dass ich den Laden schließe“, sagt der Geschäftsführer.

Onlinehandel läuft weiter

Der Onlinehandel wird weiterhin bestehen, allerdings mit einer verminderten Auswahl. „Dadurch wird aber alles noch exklusiver und erlesener“, sagt Zimmermann. „Die Schuhe von Laszivo werden teilweise in den gleichen Fabriken hergestellt wie Schuhe der Designermarken Gucci, Prada oder Louboutin. Qualitativ sind sie also genauso hochwertig, preislich ist aber ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Man muss hier keine Düsseldorfer Preise zahlen. Trotzdem bieten wir Sonderanfertigungen an, die es sonst nirgendwo gibt“, beteuert der Schuhliebhaber.

Doch was passiert nun mit dem restlichen Sortiment? „Momentan veranstalte ich einen Schlussverkauf, um möglichst viele Schuhe noch loszuwerden, allerdings nicht zu jedem Preis. Das sind schließlich keine Plastikschuhe. Alles, was überbleibt, wird über den Onlinehandel verkauft“, kündigt Zimmermann an.

„Es gibt nur fünf oder sechs solcher besonderen Schuhläden in ganz Deutschland, und jetzt gibt es bald einen weniger. Ich möchte aber gerne etwas Neues beginnen. Genauere Gedanken dazu habe ich mir noch nicht gemacht“, sagt Zimmermann über seinen Zukunft. Einen Nachfolger für die Räumlichkeiten hat Zimmermann allerdings noch nicht gefunden. Zurzeit hängt ein Schild in der Tür: „Nachmieter gesucht“.