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Duisburg-Bissingheimer stellt selber Whisky her

03.03.2016 | 16:01 Uhr
Duisburg-Bissingheimer stellt selber Whisky her
Heiko Thyssen will seinem Stadtteil mit dem Whiskey ein bisschen Exotik einhauchen.Foto: Udo Milbret

Bissingheim.   Bissingheim schmeckt nach Vanille, Pflaume und Sherry – jedenfalls in Heiko Thyssens selbst gemachter Variante eines Whiskys.

Wer’s hochprozentig mag, kann den Stadtteil schmecken: Whisky made in Bissingheim ist das jüngste Projekt von Heiko Thyssen, auch wenn er direkt hinterher schiebt: „So darf er eigentlich gar nicht heißen“. Denn innerhalb der EU gelten Vorschriften, die Thyssens Produkt nicht erfüllt, darum nennt er es treffender: „Lecker Gesöff nach Whisky-Art.“ Gerade hat er zum ersten Mal welchen angesetzt.

Das Mälzen, Schroten, Maischen und Gären des Getreides hat er sich aus naheliegenden Gründen erspart; sein Whisky setzt erst nach der Destillation an. Für „den kompletten Ausbau und die Reifung“ sorgt der Single-Malt-Liebhaber aber selbst. Bevor der Whisky Geschmack annimmt, verwandelt Thyssen zunächst das Holz seines Fasses in eine leckere Lagerstätte: Sherry, Portwein und eine Geheimzutat – „soll ja nicht jeder nachmachen können“ – ziehen zwei Wochen lang in das Holz ein, bis es ihre Aromen soweit aufgenommen hat, dass es sie wieder abgeben kann. Und zwar in seine Basiszutat: Aus der kanadischen Weißeiche des Fasses sickert der Geschmack über Wochen in das Grunddestillat. Dass das Holz ausgekohlt wurde, verleiht dem Whisky seine Karamellnote. Thyssen schmeckt auch Vanille, Pflaume, Sherry und eine leicht rauchige Note heraus.

Nach drei Wochen ist der Whiskey reif – Destillerien brauchen zehn Jahre

„Das ist meine Hommage an Schottland“, sagt er über seinen Whisky. Und an seinen Stadtteil: „Ein bisschen was fürs Umfeld tun“ will er damit, Bissingheim ein wenig Exotik einhauchen.

Im Vergleich zu den schottischen Destillerien steht Thyssens Whisky da wie ein Sprinter neben einem Marathonläufer: Weil das Verhältnis zwischen Volumen und Fassinnenfläche bei seinem Vier-Liter-Fass ganz anders ausfällt als bei den hunderte Liter fassenden Fässern der Profis, spart Thyssen deutlich Zeit. „Die erste Füllung ist in drei Wochen durch – und nicht erst in zehn Jahren.“

Das dürfte vor allem die Engel ärgern: Die, so erzählt die Geschichte, genießen nämlich den sogenannten Angels’ Share, den Anteil der Engel: die Menge an Alkohol, die während des Lagerungsprozesses schlicht verdunstet. „Bei der kurzen Lagerung haben die Engel da nicht viel von“, scherzt Thyssen.

Die Fassstärke enthält 56 Prozent Alkohol

Seine vier Liter Whisky wird er nahezu vollständig verarbeiten können – zu fünf Litern fertigem Produkt. Die sogenannte Fassstärke ist nämlich mit ihren 56 Prozent Alkohol nur etwas für hartgesottene Trinker. Gaumenverträglicher ist die mit Quellwasser auf 42 Prozent verdünnte Variante, die Thyssen als „leckeres Gesöff nach Whisky-Art“ anbieten wird. Von Verwässern kann allerdings keine Rede sein, im Gegenteil: Beim Verdünnen „werden noch mal andere Aromen frei“, verrät der Whisky-Produzent.

Wer den Bissingheimer Whisky selbst einer Geschmacksprobe unterziehen will, muss sich gedulden – erst auf dem Bissingheimer Weihnachtsmarkt wird Thyssen ihn verkaufen. Es wird nicht die letzte Stadtteilkostprobe sein, die der Bissingheimer seinem Fass entlockt. Neue Pläne reifen schon in seinem Kopf: „Das Fass darf ja nicht trocken werden.“

Monique de Cleur

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2016-03-03 16:01
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