Dualismus am Küchentisch

Vor einigen Jahren noch herrschte an deutschen Küchentischen Dualismus: Man war entweder Fleischfresser oder Vegetarier. Heute gibt es mehr Esserbezeichnungen als Gemüsesorten: Zu den Vegetariern haben sich längst die Veganer gesellt, daneben gibt es unter anderem Frutarier und Rohköstler. In letzter Zeit kommen die sogenannten Flexitarier vor: Also Menschen, die wenig Fleisch essen, um sich gut zu fühlen; sich aber ganz ohne Fleisch nicht so gut fühlen, als dass sie zum Vegetariertum übertreten könnten. Ich möchte mich auch endlich wieder guten Gewissens an meinen Teller setzen. Das ist allerdings in Zeiten kulinarischer Korrektheit nicht so einfach, denn üblicherweise esse ich Fleisch, vorzugsweise als Filet oder Kotelett. Landet es in der abgespeckten Form von Salamischeiben oder Hackfleisch zwischen meinen Zähnen, geht das für mich schon fast als vegetarisch durch. Wobei gelegentlich auch mal Gemüsetage auf meinem Speiseplan stehen. Ich bin also auch eine Art Flexitarier. Nur eben andersrum.