DPD-Streit: Arbeitsgericht wurde belogen

Hüttenheim..  Hoch umstritten war die Betriebsratswahl beim Paketumschlag DPD im Juni 2013. Ein Strafbefehl des Amtsgerichts Duisburg vom Januar über 1350 Euro wirft jetzt ein neues Licht auf die Vorgänge. Es geht um den Vorwurf, die Wahl sei manipuliert worden.

Der Paketumschlag sitzt im Industriegebiet Am Röhrenwerk. Bei der Wahl unterlag dort eine gegen die bestehende Mehrheit im Betriebsrat gerichtete Opposition haushoch. Sie warf der Mehrheit anschließend vor, die Wahl manipuliert zu haben. Hausbesuche vor allem bei Aushilfen und Teilzeitkräften sollen stattgefunden haben, behauptete sie. Und dabei sollen die Beschäftigten gedrängt worden sein, Briefwahl zu machen und die später erfolgreiche Liste zu wählen.

Aber mit einer entsprechenden Wahlanfechtung hatten die Kritiker 2014 keinen Erfolg. Sie hatten vor dem Arbeitsgericht in Neudorf geklagt. Dort spielte auch die schriftliche Erklärung eines Beschäftigten eine Rolle. Darin hatte der heute 26-Jährige solch einen Hausbesuch mitsamt der Beeinflussung beschrieben. Vor Gericht erklärte er dagegen überraschend, die Erklärung trage gar nicht seine Unterschrift, wäre also fingiert.

Auf eine Strafanzeige hin wurde die Staatsanwaltschaft tätig. Nach ihren Ermittlungen hielt sie den Vorwurf der Falschaussage für berechtigt. Sie sah aber von der Erhebung einer Anklage ab, wenn der Beschuldigte die Geldstrafe zahlen würde. Und das akzeptierte der Mann aus Marxloh.