Doppelte Farbenlehre

Recherche zum Thema Ampel. Irritiert lese ich die ersten Treffer der Suchmaschine meiner Wahl: Da ist öfter von Fleisch und Gemüse die Rede als von Stau und fließendem Verkehr. Der Grund: Was vor 100 Jahren als Verkehrshelfer begann, bremst heute neben Autofahrern längst auch Genießer aus. Bevor in Deutschland etwas auf den Teller kommt, wird es mit der Lebensmittelampel bewertet: Die sieht bei zu viel Zucker oder Fett Rot. Also im Prinzip bei allem, was schmeckt.


Neumodischer Kram, denke ich mir und konzentriere mich auf die wenigen Treffer, die tatsächlich den Straßenverkehr betreffen. Und komme vom Thema Essen und Trinken doch nicht los. Denn irgendeine schlaue Internetseite verrät mir die Herkunft des Wortes Ampel: Wurzel ist wohl das lateinische Ampulla. Aus so einer Ampulle kann man sich ja durchaus mal einen Schluck genehmigen. Womit wir wieder die falsche Ampel in der richtigen gefunden hätten: Die Lebensmittelampel ist also in Wahrheit viel altmodischer, als man denkt. In diesem Sinne: Prost, Mahlzeit.