Die rote Laterne geht bald an Buchholz

Ungelsheim, gesehen aus Richtung Westen, also vom Rhein aus.
Ungelsheim, gesehen aus Richtung Westen, also vom Rhein aus.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Jahrzehntelang galt Ungelsheim als überaltert. Aber diese Entwicklung ist inzwischen gestoppt.

Ungelsheim..  Jahrzehntelang trug Ungelsheim die Rote Laterne, was den Altersaufbau seiner Bevölkerung anging. Nirgendwo sonst in Duisburg gab es einen höheren Anteil an alten Menschen. 2002 galt der Ortsteil nach einer Studie der Ruhr-Universität Bochum sogar als ältester Stadtteil im ganzen Ruhrgebiet. Ob das heute noch so ist, darf bezweifelt werden. Denn schon innerhalb Duisburgs ist derzeit Buchholz dabei, Ungelsheim den Rang abzulaufen, hatte es aber Ende 2014 noch nicht ganz geschafft.

Aber der Vorsprung von Ungelsheim bei der Überalterung schrumpft. Ende 2004 waren noch 43,5 Prozent der Ungelsheimer 60 Jahre und älter, zehn Jahre später waren es noch 37,7 Prozent. In Buchholz lag dieser Anteil 2004 nur bei 32,5 Prozent. Wedau war damals der Ortsteil mit dem zweithöchsten Anteil an Senioren im Stadtbezirk Süd (35,3 Prozent). Zehn Jahre später ist diese Quote in Buchholz jedoch auf 35,2 Prozent angestiegen. In Wedau ging sie auf 32,7 Prozent zurück.

Es gibt wieder mehr Kinder

Als Ungelsheim in der zweiten Hälfte der 50er Jahre als Stadt der Mannesmann-Beschäftigten entstand und rasch auf über 6000 Einwohner anwuchs, war das ganz anders. Ganz viele junge Familien zogen hier zu. Aber sie kamen in die Jahre. Die Kinder wurden groß und zogen fort. Ihre Eltern blieben im Eigenheim oder in der nach heutigen Maßstäben für eine Familie zu kleinen Mietwohnung zurück. Ihre Lebenserwartung aber stieg. 85 Jahre alt zu werden, das ist heute keine Seltenheit mehr. In den 50er Jahren war das anders.

Auch am anderen Ende der Bevölkerungsstatistik tut sich etwas. In Ungelsheim gibt es wieder mehr Kinder. Waren es Ende 2004 erst 68 Kinder unter sechs Jahren, so wurden zehn Jahre später 98 gezählt, ein Plus von 44 Prozent.

Wartelisten in beiden Kindergärten

Ob es womöglich voreilig war, die Grundschule an der Nordhäuser Straße 2010 auslaufen zu lassen, wird die Zukunft zeigen. Die beiden Kindergärten jedenfalls spüren den Wandel. Jahrelang hatten sie mit rückläufiger Auslastung zu kämpfen. Im evangelischen Kindergarten stehen heute wieder rund 50 Kinder auf der Warteliste. Kinder ab drei Jahren können seit längerer Zeit gar nicht mehr aufgenommen werden. Denn um sich an die geänderten Verhältnisse anzupassen, wurde die Einrichtung für die Aufnahme von Kleinstkindern umgestaltet. Seitdem hat die Belegung dieser zwölf Plätze Vorrang. Allerdings stehen auch Kinder aus Hüttenheim, Serm und Huckingen auf der Warteliste, betont Sabine Krause, die Leiterin.

Auch der katholische Kindergarten ist mit seinen 50 Plätzen belegt, wie Leiterin Birgit Saborowski erklärt. Dort wurde 2007 die dritte Gruppe geschlossen. Mittlerweile stehen über 50 Kinder ab drei Jahren auf der Warteliste. „Es sind aber Mehrfach-Anmeldungen möglich. Die Eltern gehen heute früh auf Nummer Sicher, melden manchmal schon kurz nach der Geburt ihre Kinder an“, so Saborowski.