Die Nahversorgung im Duisburger Süden ist weiter rückläufig

Der Edeka-Markt an der Düsseldorfer Landstraße ist ein über die Stadtgrenze hinaus beliebtes Ziel.Foto:Metzendorf
Der Edeka-Markt an der Düsseldorfer Landstraße ist ein über die Stadtgrenze hinaus beliebtes Ziel.Foto:Metzendorf
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf
Was wir bereits wissen
Mitte Januar schließt der Edeka-Markt auf der Münchener Straße in Buchholz. Viele Stadtteileim Süden müssen schon lange ohne Lebensmittelmärkte auskommen.

Süd..  Im Duisburger Bezirk Süd ist das Angebot an größeren Lebensmittelmärkten, die in einem Stadtviertel die Nahversorgung übernehmen können, weiter rückläufig. Das geht aus der jüngsten Bestandsaufnahme der Stadtplaner hervor.

Seit 2011 wurden zwei Lidl-Märkte, einer in Buchholz auf der Düsseldorfer Landstraße und ein weiterer Lidl-Markt in Wanheim-Nord auf der Forststraße, ersatzlos aufgegeben. Ferner wurde ein türkischer Supermarkt in Wanheim auf der Heiligenbaumstraße geschlossen. Und nun steht Mitte Januar eine weitere Schließung bevor: Der Edeka-Markt zieht sich von der Münchener Straße in Buchholz zurück. An Neueröffnungen gab es im gleichen Zeitraum dagegen nur einen Lidl-Markt an der Mündelheimer Straße in Hüttenheim zu vermelden.

Viele Ortsteile ohne Versorgung

Damit konzentriert sich der Lebensmittel-Einzelhandel im Süden weiter, und die Nahversorgung wird noch mehr ausgedünnt. Zu den seit Jahren nicht (mehr) versorgten Ortsteilen Serm, Ungelsheim, Rahm-West, Huckingen-Nord, Buchholz-Nordost und Bissingheim gesellt sich mittlerweile noch Wanheim-West. Allerdings existieren in Ungelsheim, Huckingen-Nord und Bissingheim noch Wochenmärkte.

Erst seit 2010 versucht die Stadt, die Ansiedlungen im Lebensmittel-Einzelhandel zu steuern. Vier Nahversorgungszentren hat sie deshalb planerisch ausgewiesen. Dort soll die Entwicklung konzentriert werden, weil Fachgeschäfte für ihr Überleben in der Regel Lebensmittel-Anbieter als sogenannte Frequenzbringer benötigen.

Es sind dies Buchholz mit Münchener Straße und Düsseldorfer Landstraße, Hüttenheim mit der Mündelheimer Straße, Huckingen mit der Düsseldorfer Landstraße und Großenbaum mit der Großenbaumer Allee. Davon hat Buchholz sogar den Status eines Nebenzentrums für den gesamten Stadtbezirk, rangiert also noch eine Stufe höher.

Das Einzelhandelskonzept gibt der Stadt die Möglichkeit, Ansiedlungen an den Rändern der vier Nahversorgungszentren zu unterbinden. In den unterversorgten Ortsteilen sind dagegen Ansiedlungen willkommen, solange sie von der Größe her nicht wiederum Konkurrenz für die anderen Standorte sind. Diese Funktion erfüllen zum Beispiel der Edeka-Markt in Alt-Rahm, Am Rahmer Bach, und der Netto in Mündelheim, Im Bonnefeld.

Zwei Drittel sind Discounter

Jahrelang war Duisburgs Stadtvätern gleichgültig, wie sich der Einzelhandel außerhalb der City entwickelt hat. So konnten die Discounter-Ketten (Aldi, Netto, Penny, Lidl) die Stadt erobern. Sie machen inzwischen zwei Drittel aller Märkte in den Stadtteilen aus. Erst die bevorstehende Überalterung der Bevölkerung und der Klimawandel haben schließlich ein Umdenken ausgelöst. Auf beides kann mit einer wohnortnahen Versorgung reagiert werden.