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Pipelinegegner im Landtag

Die große Stunde des Erich Hennen

25.02.2010 | 11:58 Uhr

Fast alleine überzeugte der Ungelsheimer Pipeline-Gegner gestern die Abgeordneten im Landtag von den Mängeln

Dass Wingas, Erbauer der umstrittenen CO-Pipeline von Dormagen nach Uerdingen, erst nach dem Bau der Leitung in sensiblen Bereichen nach Kampmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg suchte, hat offenbar bei CDU, SPD und FDP im Landtag das Vertrauen in die Sicherheit des Projekts untergraben. Drei Monate vor der Landtagswahl stellten sie sich gestern auf die Seite der Bürgeriniatitiven. Allerdings lehnten sie gestern im Umweltausschuss den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ab, das Enteignungsgesetz, das den Bau der Leitung 2006 erst möglich gemacht hatte, aufzuheben. Der Vorstoß der Grünen machte aber eine Sachverständigen- Anhörung möglich, bei der gestern die große Stunde von Erich Hennen, dem Sprecher der Duisburger Pipeline- Gegner, schlug. Denn seinen Argumenten zur mangelnden Sicherheit hatten die vier hochkarätigen Industrievertreter praktisch nichts entgegenzusetzen.

Dabei waren fürWingas Ernst Schwanhold, der frühere NRW-Wirtschaftsminister, und Manfred Bast, der Leiter des Bereiches Netz bei der gemeinsamen Tochter von BASF und Gazprom, erschienen, außerdem Dr. Jürgen Hinderer, der Chefingenieur der Bayer-Tochter BMS, und Wilfried Köplin, der Verantwortliche für die Energiepolitik bei Bayer.

„Was ist der Unterschied zum U-Bahn-Skandal von Köln?“, fragte Hennen. Und gab zur Antwort: „Dass es hier um eine um 25 % schmalerer Geogrid-Matte geht, darum, dass man das Trassenwarnband weggelassen und dieCOLeitung nur als normale Ferngasleitung ausgeschildert hat - ungeheuerlich.“ Würde Bayer in Uerdingen ein Gaskraftwerk statt eines Kohlekraftwerks errichten, so Hennen weiter, dann könnte damit die CO-Produktion vor Ort beliefert werden. „Das kostet mehr, wäre aber innovativ.“ Zur Zeit setze Bayer beim Kraftwerk nur auf den niedrigen Weltmarktpreis für Kohle. An der Solidität der technischen Ausführung der Pipeline, etwa bei den Schweißnähten, habe man keine Zweifel. Worum es gehe, seien Eingriffe von außen. „Sie sind für bis zu 40 % aller Störfälle verantwortlich.“

Am häufigsten seien Unfälle bei Baggerarbeiten. Auch das Problem der Kampfmittel sei keine Kleinigkeit, verdeutlichte Hennen den Abgeordneten. Allein beim schwersten Lufangriff auf Duisburg Mitte Oktober 1944 seien 9000 Bomben auf die Stadt gefallen. Es habe 3000 Tote gegeben. Etliche Bomber seien angesichts des Flak-Feuers abgedreht. Um aber mit ihrem Sprit wieder bis nach England zu kommen, hätten sie ihre Last abwerfen müssen. „Der Duisburger Süden war ein beliebtes Abwurfgebiet.“ Zwei Prozent aller Bomben hätten aber chemische Auslöser, die auch nach Jahrzehnten hochgehen könnten. Sie aber seien nicht sicher ausgeschlossen, weil nur der geringste Teil der Trasse detektiert worden sei.

„Daher kommen die Ängste der Menschen.“ Denn schon bei einem nicht explosiven Störfall sei bei dem geruchund geschmackslosen Gas praktisch keine Rettung möglich. Die Industrievertreter argumentierten auf einer anderen Ebene: Sie gestanden die von Johannes Remmel (Grüne) vorgehaltenen eigenmächtigen Abweichungen von der Genehmigung in 70 Fällen ein, betonten aber die wirtschaftliche Bedeutung der Leitung für den Chemiestandort NRW. Niemals habe man, so Manfred Bast, die Absicht gehabt, die Leitung ohne Erfüllung sämtlicher Auflagen in Betrieb zu nehmen. Landes- und Bezirksregierung hatten zuletzt einen anderen Eindruck. „Vertrauen kann man nur langsam wieder aufbauen“, betonte Ernst Schwanhold. Wingas jedenfalls habe aus den Pannen beim Bau bereits personelle Konsequenzen gezogen.

Martin Kleinwächter

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Kommentare
08.03.2010
18:46
Die große Stunde des Erich Hennen
von Cleopatra | #11

@propipeline
Nach den 3 Bombenfunden in Neudorf innerhalb von 14 Tagen trotz Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst, sollten Sie sich jetzt aber mal bei Herrn Hennen entschuldigen.Oder finden Sie es zumutbar eine Giftgasleitung, unter der Bomben liegen, vor Ihrer Haustür zu haben?

02.03.2010
10:38
Die große Stunde des Erich Hennen
von chefkaspa | #10

@propipeline:
Sie verdrehen -wiederum- die Tatsachen: Niemand aus den Bürgerinitiativen verhindert die Pipeline. Es ist vielmehr so:
Damit diese gebaut und in Betrieb gehen darf, muss Bayer, um die vorgenommenen Enteignungen zu rechtfertigen, den Beitrag der CO-Fernleitung zum Allgemeinwohl nachweisen.
Diese Argumente sind bisher nur fadenscheinig gewesen und konnten die vorgebrachten Einwände seitens der Bürger nicht entkräften.
Die Vorhabensträgerin ist hier in einer Bringschuld: wenn sie von der Pipeline profitieren möchte, dann muss sie Gelege beibringen, dass auch ein Beitrag geleistet wird, der die Einschränkung des § 14 GG zugunsten des Unternehmens rechtfertigt.
Dieser Diskussion hat sich das Unternehmen zu stellen. Wenn es dabei keine messbare Subtanz erbringen kann, ist das Projekt nicht durchsetzungsfähig.Niemand hat es dann jedoch verhindert, es ist dann niemals gerechtfertigt gewesen.

01.03.2010
12:01
Die große Stunde des Erich Hennen
von propipeline | #9

@KO Pipeline
Herr Hennen hat keine guten Gründe gegen die Pipeline. Er ist einfach gegen die Pipeline und versucht mit allen Mitteln diese zu verhindern. Dabei bedient er sich, bei den bei allen BI beliebten vorgehensweisen. Die Sicherheit des Bauvorhabens ist anzuzweifeln, Änderungen vom Planfeststellungsverfahren sind als unzulässig anzusehen. Die Angst der Menschen ist zu schüren. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten ein Bauvorhaben auszuführen auch hier setzt er an, indem er seine Version als die einzig richtige anpreist. Polemik auf meiner Seite? Na klar. Angefangen haben die BI, allein schon das Argument mit der anderen Rheinseite, ist für mich Grund genug solche Menschen zu meiden.
Setzt dies doch die linkrheinischen Menschen herab. Nach dem Motto, dort könnt ihr die Pipeline verlegen, macht nix wenn da was passiert.
Horrorszenarien deren Wahrscheinlichkeit gen Null tendieren werden herauf beschworen nur um dem persönlichen Ziel näher zu kommen.
Ich kann Sie trösten mir geht es nicht nur um die Pipeline. Ich würde alle BI verbieten lassen. Sie sind nicht gewählt und können somit auch nicht abgewählt werden. Egal wer an der Regierung ist, die machen weiter.
Ich will aber an der Gestaltung meiner Umwelt, wenigstens in sofern mitwirken das ich mir aussuchen kann wenn ich wähle, wenn er mist baut wird er abgewählt.
Ungewählte Stimmungsmacher sind in meinen Augen nicht erwünscht, da haben wir schon genug gewählte.
Die Fundamentalisten lassen wir dann mal schön bei den BI, das hat der Herr Vasilliadis gut formuliert. Wäre schön wenn Sie ihrer Phantasie freien lauf lassen würden und das nicht abkupfern

28.02.2010
22:38
Die große Stunde des Erich Hennen
von KO Pipeline | #8

#7: Herr Hennen (und über 100.000 weitere Bürger) ist offenbar so überzeugt gegen diese Pipeline wie sie überzeugt für diese Pipeline sind.

Der Unterschied ist, daß Herr Hennen gute Gründe für seine Überzeugung anführen kann, sie dagegen haben selten Argumente und meist nur Polemik dagegen zu setzen.

Man könnte ihren Einsatz für die Pipeline fast als Fundamentalismus und religiöses Eifern bezeichnen...

28.02.2010
17:26
Die große Stunde des Erich Hennen
von propipeline | #7

@chefkaspa & Neutron69
Die Arbeit von Herrn Hennen zielt einzig und alleine auf die Verhinderung der Pipeline ab. Er ist nicht bereit Entscheidungen zu akzeptieren die zu einer Inbetriebnahme der Pipeline führen würde. Aus diesem Grund sucht er immer neue Argumente und die Pipeline und die ausführenden Unternehmen in Misskredit zu bringen. Eine Sachlichkeit sehe ich darin nicht. Egal ob es sich um die doppelwandige Ausführung, die Produktion des CO vor Ort, die gesamte Prüfung der Strecke auf Kampfmittelfr. oder Abweichungen vom Planfestellungsverfahren handelt.
Es sind Vorschläge und eigene Ideen die er zur Diskussion bringt und die für ihn und die BI die einzig wahren sind. Kompromisse und andere Meinungen zählen nicht.
Er besteht auf die Ausführung seiner Vorschläge. Argumente die gegen ihn sprechen akzeptiert er nicht. Es gibt kein Notwendigkeit die gesamte Trasse abzusuchen, aber er beharrt darauf und kramt Bombardements von 1944 hervor. Wie soll man dagegen argumentieren? Eine doppelwandige Ausführung hat nicht nur Vorteile, interessiert aber nicht usw.
Fachwissen hat Herr Hennen und er bringt seine Ideen überzeugend vor, dies ändert aber nichts an seiner, in meinen Augen, kompromisslosen Haltung zum AUS der Pipeline.
Dagegen werde ich schreiben bis die Sache vorbei ist.

28.02.2010
16:26
Die große Stunde des Erich Hennen
von Neutron69 | #6

#2 Ihre Aussagen zu der Arbeit des Herrn Hennen sind wirr und getragen von Nichtwissen.
Auch ich habe die Arbeit von Hennen und seiner Bürgerinitiative seit Jahren beobachtet.
Und immer wieder war ich angetan von der sachlichen,mit überzeugenden Argumenten und Fachwissen getragen Arbeit..
Schreiben Sie doch Herrn Hennen per mail an,er wird sich sicher gerne mit ihnen zusammensetzen,und Sie aufklären. Die mailadresse finden Sie auf der homepage der BI COntra-pipeline

26.02.2010
09:51
Die große Stunde des Erich Hennen
von chefkaspa | #5

@propipeline:
Weder Sie noch die im Artikel genannten Vertreter der Industrie haben die von Herrn Hennen vorgebrachten Punkte durch sachliche Argumente entkräften können.
Stattdessen verfallen Sie in Polemik - ist das alles, was (noch) zugunsten der Rohrfernleitung sprechen kann?

25.02.2010
23:31
Die große Stunde des Erich Hennen
von strubbel | #4

sorry,ich habe mich mit einem anderen herrn hier aus grossenbaum,welcher auch ein guter streiter ist vertan.herr hennen kommt ja aus ungelsheim.

25.02.2010
23:29
Die große Stunde des Erich Hennen
von strubbel | #3

#2 ich respektiere ihre einstellung,aber es wäre auch gut gewesen hätten sie die bewusst in kauf genommene mängel mit aufgzeigt.mängel,welche menschenleben gefährden können,oder noch schlimmer gefährden.ich kenne herrn hennen persönlich nicht,obwohl ich auch in grossenbaum wohne.ich habe aber grösste hochachtung vor ihn und seinen mitstreitern.auf den erbärmlichen zustand des waldes will ich jetzt hier erst garnicht wieder eingehen,dieser spricht für sich selber.

25.02.2010
21:57
Die große Stunde des Erich Hennen
von propipeline | #2

Ist ja schon putzig, wie Herr Hennen sich an seine Kriegslegenden klammert und nicht von der Angstmache mit den Blindgängern abrückt. Anno 1944, Flakfeuer, zu geringer Sprit 3000 tote und heute? Ja heute, kann man so olle Kamellen geschickt nutzen um Menschen mal so richtig Angst zu machen, das komische ist nur das Leute darauf rein fallen.
Demagogen (Wikipedia) hatten schon immer eine anziehende Wirkung auf eine kleine aber radikale Minderheit. Auch in der Vergangenheit wurde gerne von tot und verderben geredet um leichtgläubige Menschen willfähig zu machen und aufzuwiegeln. Funzt immer noch.
Rhetorische Fragen bei denen die Antwort gleich mitgeliefert wird. Das die Schweißnähte halten weiss jeder Depp, also bleibt weiterhin die Gefahr von außen.
Diese gilt es zu beschwören was das Zeug hält (Angst machen), ja es ist seine Stunde er ist voll in Fahrt und hat seine Fangemeinde gleich mitgebracht.
Heuraka, er steckt in dieser Stunde alle in den Sack.
Schön das man freundliche Schreiber bei der Zeitung hat.
Tja vielleicht nur noch eine Frage der Zeit bis die Überschrift lautet:
Die Stunde des großen Erich Hennen
oder später, also Anno piefke dann
Erich der Große und seine Stunde

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