Die Ära Elke Jäger geht zu Ende

Elke Jäger geht nach 31 Jahren in den Ruhestand
Elke Jäger geht nach 31 Jahren in den Ruhestand
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
31 Jahre lang war Elke Jäger Leiterin des Jugendzentrums an der Arlberger Straße. Am Sonntag wird Sie in die passive Altersteilzeit verabschiedet.

Buchholz..  Man ging zu Elke. Generationen von Buchholzer Kindern und Jugendlichen taten dies. Für sie war das Jugendzentrum an der Arlberger Straße eine Art zweites Zuhause. Jetzt geht Elke Jäger ihrerseits – und zwar in die passive Altersteilzeit, nach 31 Jahren als Leiterin dieses Jugendzentrums. „31 Jahre, das ist nur die hauptberufliche Zeit“, stellt Elke Jäger klar. Denn mit der Jugendarbeit hat sie als 13-Jährige angefangen, mit 14 hat sie ihre erste Gruppe übernommen. „Damals gab es viele Kinder rund um die Watzmannstraße.“

Ganze Nachmittage im Jugendheim

Gemeinsam zogen sie mit Elke rüber zum Jugendheim, verbrachten dort ganze Nachmittage. Heute bleiben die Kinder zwei Stunden zu einem konkreten Angebot, etwa zum Bastelnachmittag. Dann geht’s weiter zum Klavierunterricht oder zum Sport. „Viele Kinder haben heutzutage ein unglaubliches Programm zu absolvieren.“

Die Zeit der großen Cliquen ist vorbei. Jäger: „Die Jugendlichen ziehen sich eher in Kleingruppen zurück.“ Früher habe sich jemand einen Ball geschnappt, und ruckzuck hätten zehn und mehr Leute angefangen, Volleyball zu spielen. Die erfahrene Sozialpädagogin führt dies darauf zurück, dass viele Jugendliche aufgrund des engen Zeitplans in ihrer Freizeit am liebsten entspannen. „Die sind komplett ausgelastet.“

Stichwort Teamgeist. „Das war mir immer ganz wichtig, den zu fördern“. Manchmal hat sie sich dazu Aktionen wie das Baum-Frühstück überlegt. „Um das Picknick auf den Baum zu bekommen, müssen alle zusammenarbeiten.“ Versäumnisse der elterlichen Erziehung ausbügeln, das spiele heute keine größere Rolle als vor 30 Jahren. „In Sachen Tischmanieren oder Sprachgewohnheiten, da gab es früher genauso viele Defizite wie heute“.

Der Abschied fällt Elke Jäger sichtlich schwer, ganz ohne Tränen geht es nicht. Aber sie hat sich vorgenommen, einen konsequenten Schlussstrich unter die Jugendarbeit zu ziehen. „Ich will meine Nachfolgerin nicht blockieren“.

Die Trinitatis-Gemeinde finanziert weiterhin eine Jugendleiterin auf einer Vollzeitstelle, zunächst auf zwei Jahre befristet. Langfristig wird darüber nachgedacht, andere evangelische Gemeinden im Süden ins Boot zu holen und eine gemeinsame Jugendarbeit aufzubauen.

In den letzten Tagen hat Elke Jäger ihre Nachfolgerin eingearbeitet. Isabelle Dvořák will sich besonders um die älteren Jugendlichen kümmern. Denn es ist schwierig, die 14/15-Jährigen nach der Konfirmation weiter fürs Jugendhaus zu begeistern. Die junge Frau aus Bochum, die gerade eine Wohnung in Buchholz sucht, will dies mit neuen Angeboten versuchen. „Wie lege ich mein Facebook-Profil richtig an?“ oder ein Streetdance-Kurs sind zwei ihrer Ideen.