Der Seelsorger vom Dienst

Buchholz..  Richard Bannert (58) koordiniert für die Evangelische Kirche die Notfallseelsorge in Duisburg. Im Hauptberuf ist er Brandschutzbeauftragter bei der Mülheimer Theodor-Fliedner-Stiftung, im Nebenamt evangelischer Diakon, Notfall- und Feuerwehrseelsorger.

Auch er war in der Unfallnacht am 10. Mai vor Ort. 59 evangelische und fünf katholische Seelsorger wechseln sich in einem festen Rhythmus bei der Rufbereitschaft als Seelsorger vom Dienst ab. „In dem Fall hatte die Feuerwehr die Rufbereitschaft alarmiert, dass am Einsatzort ein Seelsorger benötigt würde“, erzählt Bannert. Der Seelsorger vom Dienst ist für die Überbringung von Todesnachrichten zuständig oder springt ein, wenn etwa ein Krankenhausseelsorger nicht erreichbar sei, erklärt Bannert. Für den Einsatz an Unfallstellen oder als Reserve bei der Rufbereitschaft sind fünf der 64 Seelsorger ständig erreichbar, so auch Bannert. „Bei der Überbringung von Todesnachrichten muss man auf alle möglichen Reaktionen gefasst sein - von völliger Apathie bis hin zu äußerster Aggression.“