Der neue Glücksbringer für Duissern arbeitete 17 Jahre im Duisburger Süden

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Was wir bereits wissen
Klaus Sträßer ist ab Januar als neuer Bezirksmeister im Einsatz.Die Utensilien sind noch die gleichen wie vor 100 Jahren.

Duissern..  Manche Dinge ändern sich einfach nicht: Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer – und die Utensilien, mit denen Klaus Sträßer sein Handwerk verrichtet, sind die gleichen wie vor 100 Jahren. Ab Januar klettert er als Bezirksmeister über die Duisserner Dächer, kehrt ganz klassisch Kamine oder liest an Geräten ab, ob die Gasanlagen richtig funktionieren. Und die Leute freuen sich, wenn sie dem Mann mit der schwarzen Kluft und dem Zylinder begegnen.

„Der Job hat mich immer schon interessiert. Ich wollte nicht nur im Büro sitzen, sondern auch raus. Das gefällt mir“, erzählt der 48-Jährige. Nach einer Karriere als Radsport-Profi – Sträßer fuhr für das Team NRW in der Ersten Bundesliga – sattelte er als 24-Jähriger um. „Man lernt viel über Chemie und Baurecht.“ So gehört zu Sträßers hoheitlichen Aufgaben, die Bauabnahme bei neuen Gebäuden oder die so genannte Feuerstättenschau. Manchmal bekommt er auch einen Anruf von der Feuerwehr, zum Beispiel bei einem Hausbrand. Sträßer soll dann Auskunft geben, welche Kaminanlage in dem Haus eingebaut ist – dies kann wichtig sein, um zu entscheiden, wie das Feuer gelöscht werden muss. Auch für die Stadt ist er Ansprechpartner.

17 Jahre arbeitete der Ratinger bisher als angestellter Schornsteinfeger im Duisburger Süden. „Ich bin gerne in Duisburg, ich mag hier die Menschen.“ Nun ergab sich für ihn die Gelegenheit, in Duissern Bezirksmeister zu werden, und sich selbstständig zu machen. Er folgt damit Harald Renk nach. „Bei Häusern, die noch mit Kohle, Koks und Holz geheizt werden, muss ich nach wie vor mit Bürste und Kugel aufs Dach. Danach seh’ ich manchmal ganz schön schwarz aus.“ Die Kluft hat einen Sinn. Bei modernen Anlagen ändern sich alle paar Jahre die Richtlinien, Sträßer muss immer wieder Neues lernen. Nur Gebäude, die mit Fernwärme beheizt werden, fallen nicht in sein Zuständigkeitsgebiet.

Manchmal hat der Schornsteinfeger aber auch Einsätze, die nicht unmittelbar mit Kehren zu tun haben. So wurde er schon als Talisman auf einen Geburtstag eingeladen oder war Überraschungsgast bei Hochzeiten. Ihm selbst hat sein Job übrigens auch Glück gebracht. Seine heutige Frau wohnte bei ihm im Kehrbezirk. Vor 15 Jahren klingelte er an ihrer Tür, seit fünf Jahren sind die beiden verheiratet. „Meine Kluft macht natürlich mehr Eindruck, als wenn ich in zivil aufgetaucht wäre.“ Und wie definiert der Schornsteinfeger für sich Glück? „Glück ist für mich, wenn sich Menschen positiv begegnen und miteinander reden.“