Der letzte runde Geburtstag der Realschule Süd

Das Bild stammt aus dem Jahre 1976: Damals, zum Neubau des Schulgebäudes, gab es noch ein Gerüst aus Holz.
Das Bild stammt aus dem Jahre 1976: Damals, zum Neubau des Schulgebäudes, gab es noch ein Gerüst aus Holz.
Foto: WAZ FotoPool
Die Realschule Süd feiert 2016 ihr 50-jähriges Bestehen. Das erste Jahrzehnt war geprägt von Umzügen. Die kommenden Jahre bringen Veränderungen.

Huckingen..  Alles begann damals, vor 50 Jahren, mit großer Wanderschaft: Am 1. Dezember 1966 startete die Realschule Süd als koedukative Aufbaurealschule im Gebäude der Katholischen Volksschule an der Düsseldorfer Landstraße. Damals war sie eine Neuheit: Erstmals wurden Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet. Sie hatte: zwei Klassenräume, ein Schulleiterzimmer, 84 Schüler. Und heute? 454 Schüler, 19 Klassen (16 reguläre Klassen und drei Internationale Vorbereitungsklassen), ein Schulleiterzimmer. Die Realschule Süd wird 50. Ein Grund zu feiern. Ein Grund, zurück zu blicken.

Die Wanderjahre

Das Schuljahr 1967/68 verbrachten die Schüler der Realschule Süd im Jugendzentrum an der Mündelheimer Straße. 166 Schüler waren auf vier Klassen aufgeteilt. Im darauffolgenden Schuljahr ‘68/‘69 steuerten die Schüler schon wieder ein anderes Gebäude an, um unterrichtet zu werden. Die Aufbaurealschule Duisburg-Süd, wie sie damals noch hieß, bekam neuen Raum an der Schulz-Knaudt-Straße. Neuer Raum, zusammengesetzt aus „vorfabrizierten Stahlbetonteilen“, wie diese Zeitung damals berichtete. Die Kollegen schrieben auch: „Um Zeit und Geld zu sparen, hat man in Baustil und Gebäudecharakter den zweiten Bauabschnitt der Schule in Ungelsheim wiederholt.“ Ganz genau 254 Schüler verteilten sich auf zehn Klassenräume und vier Fachräume. In den ersten drei Jahren begann die Realschule nur mit den siebten Klassen. Erst im Sommer 1969 gab es erstmals fünfte Klassen.

Es folgten die geburtenstarken Jahrgänge, die zu dem großen Plus führten. „Der Moment, wo neue Schulformen entstehen, hat aber sicherlich auch genutzt“, erklärt Klaus Friede, Schulleiter der Realschule Süd. Und die Wanderschaft ging weiter: Ab dem Sommer 1972 bis zum Jahre 1976 hatte die Realschule Süd ihren Standort an der Albert-Schweitzer-Straße. Im Vergleich zu den Jahren 68/69 hatte sich die Schülerzahl nahezu verdreifacht. 35 Schüler machten damals eine Klasse aus.

Das erste eigene Gebäude

Zehn Wanderjahre und viele Schüler später: Im Schulzentrum Biegerhof bekommt die Realschule Süd endlich den Raum und den Platz, den sie braucht. 16,7 Millionen D-Mark kostete der Neubau in unmittelbarer Nähe zum Mannesmann-Gymnasium. Die Schülerzahlen steigen weiter an, die Realschule war eine gefragte Schulform. Zum Schuljahr 1976/77 kommen 1295 Schüler in 36 Klassen zum Gebäude am Ziegelkamp.

30 Jahre im Zeitraffer

Bis zum Schuljahr 1988/89 sinkt die Anzahl der Schüler auf 665. Um im darauffolgenden Jahr wieder anzusteigen. Christian Stroetmann gehört seit 1990 zum Lehrerkollegium, ist Lehrerratsvorsitzender, sitzt im Orga-Team für das am Samstag stattfindende Schulfest und gibt die Fächer Musik und katholische Religion. Er hat viele kommen und gehen sehen – nicht nur bei den Schülern. „Wir waren zu Spitzenzeiten teilweise mehr als 70 Kollegen“, erinnert er sich. Achtzügig, neunzügig liefen die Klassen an. „Das war manchmal auch ein schweres Geschäft“, so Stroetmann.

In den vergangenen zehn Jahren wurden nahezu 90 Prozent des Kollegiums ausgetauscht. Es gab viele Neuanstellungen – das Kollegium beschreiben Stroetmann und Friede damals wie heute als „hochmotiviert“, die Zusammenarbeit als „sehr gut“.

Zukunft Sekundarschule

Zum 1. August 2012 wurde die Sekundarschule als neue Schulform in NRW eingeführt. Vergleichbar mit einer Gesamtschule, hat die Sekundarschule keine eigene Oberstufe, sondern arbeitet mit Schulen, die eine Oberstufe haben, zusammen.

Im August 2015 wurden die ersten Fünftklässler an der Sekundarschule Biergerpark begrüßt. Der Veränderungsprozess von der Realschule hin zur Sekundarschule – er läuft. „Eine neue Schule aufzubauen, ist eine ziemliche Kraftanstrengung“, weiß Christian Stroetmann. Und er sagt auch: „Das Herz hängt noch an der Realschule. Die Umstellung erfolgt langsam.“

Es ist aber nicht so, dass sie getrennt voneinander arbeiten, schulen, unterrichten: Im Schulchor singen sie schon gemeinsam. Auch das erfolgreiche Bläserprojekt, 2003 an der Realschule Süd ins Leben gerufen, wird an der Sekundarschule weitergeführt. „Wir haben uns immer bemüht, sehr viele Angebote auch außerhalb des Unterrichtes anzubieten“, sagt Klaus Friede und verweist so auch auf die zahlreichen AGs, auf Sponsorenläufe, auf Fahrten oder die erfolgreiche Teilnahme an sportlichen Wettbewerben.

Ein Blick in die Zukunft, ganz genau: Am Freitag, 28. Juni 2019, sollen die letzten 10er-Klassen entlassen werden. Nach 53 Schuljahren erfolgt dann die Auflösung der Realschule Süd zum 1. August.

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