Den Weg zur Beratung ebnen

Susanne Potthast macht eine Kundin ihrer Bäckerei auf die Seniorenlotsen aufmerksam. Auf dem Zettel sind die Kontakte der Beratungsstellen notiert.
Susanne Potthast macht eine Kundin ihrer Bäckerei auf die Seniorenlotsen aufmerksam. Auf dem Zettel sind die Kontakte der Beratungsstellen notiert.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Seniorenlotsen - der neue Wegweiser für Ältere: Zehn Buchholzer Geschäfte nehmen am Projekt teil. Sozialverbände wollen Hemmschwellen abbauen

Buchholz..  „Wenn ich das gewusst hätte, dann wäre ich viel früher gekommen.“ Hans-Georg Kleinwächter von der Caritas hört eine solche Reaktion immer wieder. Wenn Senioren erst einmal die Scheu überwunden haben, sich im Caritascenter an der Sittardsberger Allee beraten zu lassen, sind sie oft erstaunt, wie viele nützliche Hilfsangebote es in der Stadt für sie gibt. Um den Weg zu diesen Informationen zu ebnen, haben Sozialverbände wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas und das Evangelische Christophoruswerk jetzt in Buchholz ein neues Netzwerk mit dem Namen „Seniorenlotsen“ aufgebaut.

Infozettel liegen aus

„Wir haben Menschen gesucht, die nah an den Menschen sind“, sagt Inge Klein von der Awo. Gefunden haben die Sozialverbände Apotheker, Hörgeräteakustiker oder die Verkäuferin aus der Bäckerei, die die Senioren tagtäglich an der Ladentheke treffen. Infozettel mit den Ansprechpartnern der verschiedenen Beratungscenter im Stadtteil kann man deshalb neuerdings in verschiedenen Buchholzer Geschäften mitnehmen.

Die Initiatoren hoffen, auf diese Weise Hemmschwellen abzubauen. Die Geschäftsleute sollen nicht aktiv für die Beratungsangebote werben, sondern einfach die Zettel mit den Anlaufstellen bereit halten und vielleicht einen Stammkunden mit einem Satz ermuntern, dort doch mal vorbeizuschauen.

Viele Senioren sind zu scheu

Eine gute Idee. Ob sie funktioniert? Susanne Potthast hat Zweifel. In ihrer Bäckerei an der Münchener Straße liegen auch die Infozettel mit den Adressen der drei Buchholzer Beratungsdienste aus. Reißenden Absatz finden sie nicht. „Ich habe ältere Kunden schon öfter mal auf den Kaffeetreff im Caritascentrum aufmerksam gemacht. Aber irgendwie sind die Leute scheu und gehen doch nicht hin“, so die Erfahrung der Bäckerin. Obwohl sie davon überzeugt ist, dass manche Kundin durchaus davon profitieren würde, mal aus den eigenen vier Wänden herauszukommen.

Zehn Geschäftsleute in Buchholz machen zur Zeit mit, darunter zwei Apotheken am Altenbrucher Damm und an der Sittardsberger Allee und zwei Hörgeräte-Akustiker. Manche nehmen allerdings nur auf dem Papier teil. Bei der Metzgerei Weller in der Kufsteiner Straße wissen die Angestellten nichts von Seniorenlotsen. Die entsprechenden Zettel sind auch nirgendwo ausgelegt. Und der dm-Markt, der ebenfalls auf der Liste steht, hat es sich anders überlegt. „Das würde bei uns untergehen“, meint die Filialleiterin auf Nachfrage. Bleibt zu hoffen, das die kleinen, persönlich geführten Geschäfte sich für die Seniorenlotsen engagieren.