David in DakarDavid Bieber

Das war er: mein vorerst letzter Trip in Afrika. Es ging mit Freunden, denn solche Reisen sollte man nicht alleine unternehmen, nach St. Louis, einem schönen Städtchen an der nordwestlichen Küste des Senegals, direkt an der Mündung des Flusses Senegal. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region, war früher einmal die Hauptstadt der französischen Kolonialherren und hat ungefähr 170 000 Einwohner.

Sie Stadt grenzt an Mauretanien und ist, neben Dakar, das kulturelle Zentrum des Senegals, denn einmal im Jahr findet dort im Mai ein internationales Jazz-Festival statt. Es komme die gesamte Auslandsgemeinde aus Dakar, so heißt es immer. Ich musste aber aus arbeitstechnischen Gründen passen, denn zu diesem Zeitpunkt stand unser Deutsch-Tag auf der Agenda. Die Hitze ist extrem, aber irgendwie auszuhalten. Alte Kolonialbauten an jeder Ecke prägen die Architektur. Auch hier fahren die traditionellen, ersten Buschtaxis des Senegals, die sogenannten „cars rapids“. Europäisch anmutende Bars und Restaurants, eine Universität und eine relativ gute Infrastruktur vermitteln den Eindruck, nicht abgeschnitten zu seine vom pulsierenden Leben Dakars.

St. Louis lohnt sich. Vor allem dank seiner Struktur und Lage ist die Stadt einmalig, denn ihr Herzstück ist eine vom Festland abgetrennte längliche Insel. Deshalb gilt Saint Louis als das Venedig Afrikas. Der Vergleich hinkt, denn hier sucht man vergebens nach Tauben und auch zur fünften Jahreszeit ist auf den Straßen nicht mehr los als sonst. Absolut sehenswert ist auch das Vogelschutzgebiete sowie der 16 000 Hektar große Nationalpark Djoudj mit Tausenden von Brutplätzen von Kormoranen und Flamingos - 360 Zugvögelarten können dort von Oktober bis Mai beobachtet werden, laut Reiseführer.

Die Region sollten Touristen in dieser Zeit bereisen. An der abenteuerlichen, als Risikogebiet eingestuften Grenze zu Mauretanien sieht man bizarre Formen menschlicher und tierischer Erscheinungen und chaotische Transporte, die die klassische Rollenverteilung von Dromedar und Mensch umkehren.