David in Dakar

Es war ein barbarischer Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit. Das Attentat auf das Pariser Satiremagazin „Charlie hebdo“ hat auch im Senegal starke Reaktionen ausgelöst. Vor der französischen Botschaft in Dakar und dem „Institut français“, einem beliebten Ort mit guter Gastronomie im Zentrum, wurden Blumen, Kränze und Kerzen niedergelegt. Die Medien berichten kontrovers von den Ereignissen. Dies ist nach solch einem Terrorakt ein Ausdruck der Pressefreiheit. Ein Redakteur von „Le soleil“ provoziert, indem er in einem Kommentar klarstellt, er sei nicht „Charlie hebdo“, im Gegensatz zu den Millionen Menschen, die seit Mittwoch auf Plakate schreiben: „Ich bin Charlie“. Er prangert die in seinen Augen übertriebene, dauerhafte und zynische Verunglimpfung des Islams, seiner Religion, durch das Satiremagazin an. Der Eindruck entsteht, er wolle sagen: Da habt Ihr endlich das, was Ihr jahrelang gesät habt.

Der Senegal ist ein tolerantes und friedliches muslimisches Land. Die Anteilnahme der Bevölkerung ist hoch, Terror im Zeichen des Islams wird abgelehnt. Meine muslimischen Freunde verurteilen das Attentat und sind tief berührt. Es passt nicht in ihr Weltbild. Der Senegal, trotz der Nähe zu Krisengebieten, hat zum Glück seit seiner Unabhängigkeit 1960 keinen nennenswerten islamischen Terrorangriff zu verzeichnen gehabt. Ich hoffe, es bleibt so friedlich. Inch’allah.