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David in Dakar David in Dakar

24.01.2015 | 00:11 Uhr

E

s war wieder einmal eine aufregende Woche, mit Höhen und Tiefen. Die Tiefen vorweg: Ich habe zum ersten Mal das Gefühl gehabt, im Land der Teranga, der Gastfreundlichkeit, zurückgewiesen zu werden. Als ich die große Moschee gegenüber wieder einmal besuchen wollte, sagte ein Gläubiger im Eingangsbereich zu mir, dass die „Moschee nur für Muslime“ sei und ich daher nicht eintreten könne. Ich antwortete ihm, dass diese Einschränkung mir neu sei und ich dies aus vorherigen Moscheebesuchen aus der Türkei, Katar und Frankreich nicht kenne. Ich fragte mich nach den Gründen für diese ablehnende Haltung. Lag es daran, dass ich meine Frau mitnahm? Hatte er vielleicht nur keine Lust auf ausländische Besucher, die Fragen stellen? Oder hat er mich für einen Franzosen gehalten und mich mit den Mohammed-Karikaturen in Verbindung gebracht?

Vielleicht trifft Letzteres am ehesten zu. Wenig später begegnete ich nämlich im Zentrum von Dakar ei­nem „Marsch gegen Charlie Hebdo“, der rund 500 junge Menschen mobilisierte, die lautstark gegen das Satire-Magazin protestierten. Die Stimmung war aufgeheizt, aber friedlich. Dennoch haben die Protestierenden mir eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie mit der westlichen Pressefreiheit nicht einverstanden sind. Mir wurde zugebrüllt, „Scheiß Charlie“ oder „Ich bin Mohammed“. Die Imame hatten in ihren Freitagsgebeten dazu aufgerufen, eine inoffizielle Protestaktion zu starten. Dennoch: Die Mehrheit der senegalesischen Muslime begegnet mir weiterhin zugewandt und höflich. Und das liegt nicht daran, dass das Land seit Montag im kollektiven Fußball-Fieber steckt.

Jetzt zum positiven Teil: Der Senegal hat souverän Ghana im ersten Gruppenspiel des Afrika-Cups besiegt und spielt am Montagabend das entscheidende Spiel um den Gruppensieg gegen Algerien. Jetzt zählt der Senegal sogar zu den Geheimfavoriten, wie es in der Presse und auf der Straße heißt. In der Uni wird fleißig jedes Spiel verfolgt. Public Viewing, ja, das gibt es auch hier, findet in der Kantine und in Büros statt. Mitten im großen Verteilerkreis, unweit der Uni, ist eine Leinwand aufgebaut worden, auf der man in Abgasen die Spiele der „Löwen“ ebenfalls genießen kann.

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David in Dakar David in Dakar
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2015-01-24 00:11
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