David in Dakar David Bieber

Ereignisreich und fulminant war diese Woche, in der ich meine letzten Kurse gehalten habe. Die haben, wie die Reaktionen zeigten, offenbar auch den Studenten gefallen, wie sich im Feedback zeigte. Meine Schüler, nochmals alles Teilzeit-Germanisten, haben mir einen tollen Abschied mit einer kleinen Party beschert. Sie haben Fotos gemacht während der ultimativen Abschlussvorlesung am Dienstagabend. „Der Wert der Sprache in der Gesellschaft“ war mein Thema. Ein Student bat mich sogar, ihm ein Autogramm zu geben. Ich sagte ihm, dass ich kein Promi sei, aber dieser Bitte dennoch gern nachkomme.

Außerdem musste der Deutschlehrer die eine oder andere indiskrete Fragen aushalten, als es um deutsche Frauen ging und ob diese besser seien, als die afrikanischen. Wer mag das schon beurteilen, antwortete ich.

Soweit zum Unterrichtsgeschehen. Jetzt zum kulturellen Teil: Die verbleibenden Wochen nutze ich, um das „Land der Gastfreundschaft“ (Le Pays de la Teranga) wiederzuentdecken, denn es gibt einige Flecken, die ich noch nicht gesehen habe, die aber einen Besuch lohnen. Den Anfang machte ich mit einer deutschen Freundin am vergangenen Wochenende.

Wir fuhren für zwei Tage in die senegalesische Wüste, die sich über ein 30 Kilometer großes Sand-Areal erstreckt. Kein Vergleich mit der Sahara. Aber ein wenig Wüsten-Flair gibt’s schon 170 Kilometer nördlich von Dakar. Anfahrt, Beduinenzelte und Essen tragen dazu bei, dass Besucher nachempfunden können, wie das Leben in der Wüste sein kann. Wir kampierten im „Camp de Lampoul“, ähnlich wie auf einem Campingplatz ohne Wohnmobile und Sanitäranlagen. Dusche und Toilette werden unter freien Himmel erledigt. Alles in allem war der Trip aber leider zu teuer und, wie im Senegal üblich, es gab wenig Service und Hygiene.

Das alles sind, wohlgemerkt, Dinge, die ich am Senegal nicht vermissen werde, wenn ich bald heimkomme. Die Rückfahrt von dieser Exkursion führte uns durch jedes mögliche Kleinstdorf, was aber interessant war, denn jedes Dorf hat seinen eigenen Charme. Der findet sich fast immer entlang der „Route National“, der Nationalstraße. Es ist die einzige Piste, die den Anschluss dieser Dörfer an die Zivilisation gewährleistet.

Es lohnt sich dennoch immer wieder, die Risiken und die Geduld auf sich zu nehmen und in diesem kon­trastreichen Land zu reisen, denn jede Reise ist eine Bereicherung für Geist und Seele. In Kürze geht’s dann nach St. Louis, der ehemaligen Kolonialstadt der Franzosen und danach nochmals in den Süden, in die Casamance.