Das Partydorf feiert ganz in Weiss
14.02.2010 | 17:38 Uhr 2010-02-14T17:38:00+0100
Duisburg. Mehr als 20 000 Besucher sowie Sermer Bürger lassen sich vom Schnee nicht abhalten und bejubeln den rund 1500 Meter langen Zug.
Weiße Weihnachten haben wir alle gern. Aber Schnee zur fünften Jahreszeit? Das Partydorf Serm war am diesjährigen Tulpensonntag zwar in eine weiße Decke gehüllt, doch die Bewohner trotzten der Kälte und feierten das Narrenfest wie eh und je.
Pünktlich um 14.11 Uhr starteten die 35 Gruppen am Lindentor. Die traditionelle Aufstellung und das Warmspielen der Musiker und Fußgruppen fiel in diesem Jahr etwas kürzer aus als sonst. Wer schlau war, schonte Gliedmaßen und Instrumente so lange wie möglich im warmen Zelt. Traditionell zog die 1500 Meter lange Kolonne jubelnd am Wagen des Prinzen der KG Südstern, Ervin dem II. vorbei, der sich kurz vor dem Zugende einreihte.
Über die Dorfstraße, wo die Karnevalisten wieder einmal sehnsüchtig von tausenden Jecken erwartet wurden, ging es zurück zum Zelt. Als erste Station passierte der Zug in diesem Jahr die Burg des Kinderprinzen Max. Vater Axel Bausch überraschte den achtjährigen Sermer am Samstag mit einem verkleideten Haus. „Es ist zwar aufregend in einer Burg zu leben, aber für immer soll die nicht bleiben”, findet die Jungtotalität.
Seine Uniform durfte er aber erst kurz vor Zugbeginn anlegen, da er sich noch mit seinen Geschwistern, Hofmarschall Hendrik und Pagin Charlotte, eine Schneeballschlacht lieferte. Für zusätzlichen Schnee in Form von Konfetti sorgten die Insassen des „Traumschiffs Surprise” vom Reiterhof Benger. Zwischen den Sermer Wagen und Fußtruppen mischten sich auch wieder Narren von außerhalb.
Die Ehinger Jungs zeigten humorvoll auf ihrem Wagen den Werdegang der Ehinger Kompanie, die in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen feiert. Die weiteste Anreise hatten die Guggenmusiker „Albgoischda” aus Karlsruhe. „Bei uns gibt es zwar auch Karneval, aber wir wollten mal was anderes sehen”, sagt Vereinsvorsitzender Michael Jung.
Den Instrumenten mache der Schnee nichts aus und die 20-köpfige Truppe freut sich auf den Rosenmontagszug, an dem sie auch teilnehmen wird. Trotz der wetterbedingten etwas geringeren Besucherzahlen stellten Ordnungsamt und Polizei weitaus mehr Alkohol im Besitz von Minderjährigen als im Vorjahr sicher. „Außerdem haben wir vor Zugbeginn mehrere Personen, die im Besitz verbotener Gegenstände waren, in Gewahrsam nehmen müssen”, so Polizeieinsatzleiter Werner Karlgowski.
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