Das Neujahrsfestival bringt Leben ins verschlafene Dorf

Bissingheim..  Wer sich am Samstagabend durch Bissingheim schlenderte, konnte beobachten, wie viele kleine Gruppen zielstrebig in Richtung Pfarrheim wanderten. Ein seltenes Bild im eher verschlafenen Stadtteil, der durch Schienen vom Rest des Duisburger Südens abgeschnitten ist. Grund für die Völkerwanderung war die nunmehr dritte Ausgabe des „Bissingheimer Neujahrsfestivals“, das in diesem Jahr von der Kneipe des ETuS Bissingheim in den größeren Pfarrsaal umzog. Wegen der großen Nachfrage war die Vereinskneipe zu klein.

Bevor drei DJs für die Beschallung der späteren Stunden sorgten, betraten die Coverbands „On Tuesday“ und „No Escape“ die Bühne im gut gefüllten Saal und spielten sich quer durch die Charts der letzten Jahrzehnte. „Bissingheim ist schon ein Dorf“, schmunzelte Günter Weisgerber. Seit acht Jahren lebt er nun schon in diesem Dorf, noch viel länger hat er sich der Musik verschrieben. Die Idee, seiner Akustikcombo eine Bühne zu bieten und gleichzeitig seiner Wahlheimat etwas Gutes zu tun, führte zu den zwei bisherigen Neujahrsfestivals.

Eigentlich gehe es ihm nur darum, mit Leuten den Spaß an der Musik zu feiern, ganz nebenbei hilft er aber auch seinem Stadtteil, in dem die Bürgersteige eigentlich schon zur Dämmerung hochgeklappt werden. „Wir haben vier Kinder, deshalb kennen wir sehr viele Bissingheimer“, erzählte Weisgerber. Aus diesem Grunde hatte Günter Weisgerber auch wortwörtlich alle Hände voll zu tun, beinahe jeden im großen Saal begrüßt er persönlich.

Ein Volksfest, aber durch den konzertanten Rahmen war die Atmosphäre ganz anders als auf den örtlichen Schützenfesten.Schon lange bevor der erste Live-Ton gespielt wurde, waren alle Stehtische besetzt und der Satz „Lange nicht gesehen“ hatte Hochkonjunktur, ein Beweis für den Wert der Veranstaltung für Bissingheim.

Merle Kornettka (12) meint: „Das ist eigentlich nicht meine Musik. Aber ich find’ es gut, dass hier überhaupt etwas stattfindet“. Zweifelsohne hauchte das Neujahrsfestival dem entlegenen Stadtteil erneut Leben ein, so viel sogar, dass mehrere solcher Veranstaltungen im Jahr eine Überlegung wert wären.