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Das Geschäft mit roten Früchtchen

06.06.2012 | 18:02 Uhr
Das Geschäft mit roten Früchtchen
Die Erdbeerernte läuft. Die Geschwister Christiane und Heinrich Beumer mit ihrem Verkaufswagen in Duisburg-Mündelheim. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Mündelheim. Der Frühsommer lässt immer noch auf sich warten. Mit der Erbeer-Ernte hat Heinrich Beumer, Landwirt aus Mündelheim, aber dennoch begonnen. Mit dem Anbau und der Direktvermarktung der roten Früchtchen verfolgt der 27-Jährige seit drei Jahren ein ganz bestimmtes Ziel. Er würde den Beumer-Hof gerne wieder zum Vollerwerbshof umstrukturieren (was er zu Zeiten seines Vaters auch noch war). Zurzeit läuft der Familienbetrieb nämlich nur als Nebenerwerbsquelle.

Heinrich Beumer, staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt, arbeitet hauptberuflich als Angestellter in einem größeren Ackerbaubetrieb im Kreis Mettmann. „Dort werden Kartoffeln angebaut, die ja erst im August bzw. September eingeholt werden. Ich nehme also im Frühsommer dort Urlaub, um meine Erdbeer-Ernte durchzuziehen. Und ich sammele während der Zeit auch Minusstunden, die ich dann in der Zeit der Kartoffelernte durch lange Arbeitstage wieder ausgleiche“, erklärt er. Vom Beumers-Hof alleine leben könne man heute nicht mehr, so der Bauer, der auch Raps, Weizen und Gerste produziert. „Die Flächen hier im Rheinbogen sind ja nicht groß. Mit Getreideanbau alleine kann ich nicht genug verdienen“, sagt er. Seine Hoffnung sind also die süßen roten Früchte - die Erdbeeren.

Doch in diesem Jahr spielt das Wetter nicht richtig mit: Das Frühjahr war kühl, die Temperaturen lagen lange weit unter zehn Grad, noch Mitte Mai traten Nachtfröste auf. Schlechte Bedingungen für die Erdbeeren, die es zum Heranreifen lieber warm haben. „Normalerweise beginnt die Ernte zwischen dem 10. und dem 15. Mai. In diesem Jahr hat sich der Erntebeginn um zwei bis drei Wochen verschoben“, berichtet Heinrich Beumer. An Pfingsten ging es los – nicht nur für ihn und sein Erntehelferteam, sondern auch für die Selbstpflücker. Sie können auf einem Feld an der Sermer Straße körbeweise rote Früchte ernten und zurzeit für etwa drei Euro pro Kilo mitnehmen.

Der Direktvermarkter baut im dritten Jahr Erdbeeren an – mittlerweile auf einer 1,3 Hektar großen Fläche. Das Geschäft mit den süßen Früchtchen ist im Prinzip gut angelaufen (auch weil Verwandte und Freunde bei der Ernte unentgeltlich mitgeholfen haben). Diesmal probiert er auch zwei neue Sorten aus: Clery und Darselect.

Der Frühling war für Beumer allerdings arbeitsintensiv. Denn wegen der niedrigen Temperaturen, musste er seine Erdbeerfelder in der Zeit der Blüte vier Mal mit schützendem Vlies abdecken. „Um Frostschäden zu vermeiden, die ihrerseits das Entstehen der Früchte verhindern können“, erklärt der Mündelheimer. Das Zudecken mit Vlies führe trotz allem manchmal zu leichten Verformungen der Frucht. Die Erdbeeren sehen dann nicht mehr so gut aus, „schmecken aber genauso gut wie die runden“, so Beumer. Der Regen der letzten Tage hat ihm erneut Stress beschert. Denn: Reife Früchte müssen sofort gepflückt werden, damit der Niederschlag ihnen nichts anhaben kann. Am Wochenende, wenn die Sonne wieder lachen soll, werden (hoffentlich) auch wieder die Selbstpflücker anrücken.

Info:

Das Selbstpflückerfeld erreicht man von der B288 über Uerdinger und Sermer Straße (bis Haus Nr. 64). Einen Verkaufsstand gibt es auch an der Münchener Str. in Buchholz (an der Kirche) bzw. aud dem Beumerhof an der Uerdinger Straße in Mündelheim.

Andrea Müller



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