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Umweltschutz

Das Aus für rote und gelbe Plaketten

23.08.2011 | 17:42 Uhr
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
Von den Anlagen entlang des Rheins gehen im Duisburger Süden die größten Schadstoff-Belastungenaus. Im Bild das RWE-Kraftwerk in Hüttenheim. Foto: Lars Fröhlich/WAZ-FotoPool

Süd. Für Besitzer von Autos mit roter oder gelber Umweltplakette läuft die Schonfrist ab: Fahrzeuge mit roter Plakette dürfen ab 1. Januar 2013 die künftige Umweltzone Ruhrgebiet nicht mehr befahren (ausgenommen die Autobahnen). Für die gelbe Plakette folgt das Fahrverbot ein Jahr später.

Damit setzen die Umweltbehörden ihren Kampf gegen Stickoxide und Feinstaub im Ballungsraum fort. Er hatte in Duisburg am 1. Oktober 2008 mit Fahrverboten für Fahrzeuge ohne Umweltplakette in der neuen Umweltzone Duisburg begonnen. Schon 2010 sollte eine Bilanz gezogen werden. Vorgelegt wurde sie ein Jahr später. Ergebnis: Trotz deutlicher Verringerung der Umweltbelastung sollen weitere Fahrverbote ausgesprochen werden. Außerdem wird eine einzige große Umweltzone für das gesamte Ruhrgebiet festgelegt. Die neue Umweltzone ist 158 Qua­dratkilometer groß. Sie reicht von Mündelheim bis nach Dortmund, lässt aber im Duisburger Süden Huckingen östlich der Düsseldorfer Landstraße sowie Buchholz nordöstlich der Bahnlinie, außerdem Bissingheim, Wedau, Großenbaum und Rahm aus.

Neu von den Fahrverboten betroffen sein werden ab Januar 2013 in Duisburg 3836 Pkw (1,8 % aller zugelassenen Pkw) und 1007 Lkw (8,3 %) mit roter Plakette. 2014 folgen dann noch 11 935 Pkw (5,6 %) sowie 2378 Lkw (19,6 %) mit gelber Plakette. Zumindest für Pkw mit gelber Plakette wird eine Umrüstung auf die grüne Plakette mittels Dieselpartikelfilter möglich sein.

Ansonsten gelten Ausnahmeregelungen. Wer sein Fahrzeug schon länger als seit 2008 besitzt und bei dem die Nachrüstung technisch unmöglich ist, wer außerdem über kein anderes, in der Umweltzone zugelassenes Fahrzeug verfügt und wenn demjenigen eine Ersatzbeschaffung nicht zugemutet werden kann, der darf zur Reparatur von Gebäuden und Anlagen, für soziale und pflegerische Hilfsdienste oder für Arztbesuche oder Fahrten zur Arbeitsstätte (wenn zu der Zeit kein öffentliches Verkehrsmittel verkehrt) mit Ausnahmegenehmigung in die Umweltzone einfahren. Für öffentliche Fahrzwecke, etwa die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern, die Belieferung von Altenheimen, Krankenhäusern und Baustellen, die Warenanlieferung zu Produktionsbetrieben und den Versand von Gütern aus der Produktion, gibt es weitere Ausnahmen. Für Firmenfuhrparke, die bereits über eine grö­­ßere Zahl schadstoffarmer Fahrzeuge verfügen, gelten weitere Ausnahmeregelungen, längstens bis zum 30. Juni 2014.

Martin Kleinwächter

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Kommentare
25.08.2011
14:10
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von dirk1959 | #6

Die ganze Diskussion um den Russpartikelfilter ist doch lächerlich. Wer fährt denn sein Auto länger als 15 Jahre? Ähnlich wie damals mit der Katalysatorplakette - fragt heute keiner mehr nach - verhält es sich mit der Umweltplakette.

Wir Deutschen sind sowieso immer gründlicher als alle anderen Europäer - siehe Atompolitik!

Was schert das unsere Anrainerstaaten.

Das Weltklima lässt sich nicht durch Einführung von Russpartikelfilter in Deutschland ändern, wenn in Lateinamerika der Regenwald abgeholzt wird und durch verbrennen von Holz die Luft verpestet wird.

25.08.2011
13:03
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von Kravattenmuffel | #5

Einen schönen Satz des Bundesumweltamtes habe ich gerade vergessen: Auf Grund der weiträumgen Betrachtung ist eine kleinräumige Interpretation nicht zulässig. Alles klar?
Alte Diesel-Stinker gehören ausgerottet, keine Frage. Nixdestotrotz reißen sie keine Hering vom Teller.

Zu finden auf der Luftdaten-Seite (http://www.env-it.de/umweltbundesamt/luftdaten/map.fwd?comp=PM1)

25.08.2011
12:39
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von Kravattenmuffel | #4

Es ist Sommerlochzeit.
Anders ist ein Bericht, der das Jahr 2013 betrifft, nicht zu erklären. Immerhin stellt die Bildbeschreibung endlich mal es ins richtige Licht: Von den Anlagen entlang des Rheins gehen im Duisburger Süden die größten Schadstoff-Belastungen aus.
Deswegen gibts dann auch Fahrverbote... Ohne weitere Worte.

24.08.2011
21:06
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von Andreas45141 | #3

was ist in duisburg mit den vielen dieselmotoren die den rhein rauf und runter tuckern oder noch besser anlegen und über nacht den motor durchlaufen lassen ?

24.08.2011
10:00
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von dirk1959 | #2

Wenn ich diesen Plakettenschwindel höre, schwillt bei mir der Kamm.

Ich fahre einen MAZDA 6 Sportkombi Bj. 2003 - gelbe Plakette - die Limousine selben Baujahrs - grüne Plakette.

Grund: die Limousine mit selber Maschine ist leichter!! Nachrüstung Dieselpartikelfilter - viel zu teuer!!

Grund: es müssen nach 80.000 km die Oxydationskatalysatoren mit gewechselt werden. Nur der DPF wurde steuerlich gefördert.Die komplette Umrüstung hätte knapp 4.000,00 EUR gekostet.

Fazit: Ich fahre trotz Verbot mit der gelben Plaktette und hoffe, nicht erwischt zu werden. Sollte es so sein, die Strafe ist auf Fälle günstiger als die Nachrüstung und bei 0 Punkten in Flensburg habe ich auch noch ein wenig Freiraum.

24.08.2011
09:17
Das Aus für rote und gelbe Plaketten
von AlpenEuro | #1

Spitze, so eine Umweltzone, dazu die zahlreichen Ausnahmeregelungen und die Oase im Huckinger Süden und Buchholzer Nordosten.

Was soll solch ein Quatsch?

Überall Umweltzone und fertig.

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